Lord Belial - The Black Curse

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VÖ: 00.09.2008
Bandinfo: Lord Belial
Genre: Death Metal
Label: Regain Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Alle Jahre wieder (so scheint es zumindest) - kommt die Backelin Bande von Schweden & hat uns schon wieder ein neues Album eingetütet. Studiowerk Numero Acht ist aber mitnichten ein Schnellschuss geworden: Trotz der relativ geringen Zeitspanne hat man beim Songwriting nicht gespart (live sind die Herren ja relativ selten bei/in einem Tourbus anzutreffen – aber das soll sich schon in den nächsten Wochen ändern) - und - man hat auch wieder vermehrt in der eigene Diskographie gekramt ohne sich aber darn blindlings zu laben; Artwork und Sound sind diesesmal ansprechender ausgefallen und so ein paar Hits sind auf dem Ding auch noch drauf!
Natürlich keine die in den nächsten 2000 Jahren auf MTVIVA laufen oder aus dem Radio plärren, aber immerhin fest verankert in den Ohren des geneigten Homo Metallicus für die nächsten Tage und Wochen hängenbleiben…

Warum LB aber ausgerechnet den (mMn) schwächsten Song am Beginn geparkt haben, weiss wohl nur der Gehörnte himself; Fakt ist aber dass nach dem sperrigen Auftakt namens „Pazuzu …“ die Marschrichtung sehr wohl stimmt: Siehe „Trumpets of Doom“ - hier wird ebenso melodisch wie aggressiv zu Werke gegangen, die dezenten Tastentöne untermalen das opulente Mahl ebenso gekonnt wie das eindringlich-intensive Organ von Thomas Backelin. Dass die doomigen Arrangements der Vergangenheit immer noch durch das finstere Licht der neuen Stücke brechen ist - wie das feste Einbinden der Akustikklampfe – wohl nur bedingt für die UltraTrue-Fraktion geeignet, aufgeschlossene Hörer hingegen werden spätestens bei „Sworn“ auf die Genrekonventionen schei**** und sich einen Ast an der melodisch-sirrenden Vorführung abfreuen. SpokenWord-Parts, Raserei, unterkühltes wie dämonisches Riffing – alles da & nahezu perfekt eingebunden in die teilweise sehr episch wirkenden Tracks, welche aber nur selten die 5 MinutenMarke durchbrechen.

Beinahe thrashige Rhythmusgitarren vs. melodischere Leads – diese homogene Verschmelzung und das Ausklammern von starren, sich wiederholenden Elementen erspart uns eine weitere Banalität aus dem Norden. Selbt die Maiden-eske Bassarbeit steht hier nicht tatenlos im Hintergrund, sondern sorgt für ein paar Soundtupfer der besonderen Art.
Hier paart sich eben hohe Musizierkunst mit dem Bedürnis sich mitzuteilen – und zwar in Songs, die für sich selbst stehen: „Antichrist Reborn“ zB zieht die Dynamikschraube fest an; anfangs noch unterschwellig und im Downtempo unterwegs macht man sich nach einer bzw. zwei speedigen Eruption (en) wieder über ein Voicesample her und mündet in einem ebenso majestätischen wie abgrundtiefen Refrain welcher durch die beiden Sechssaiter heftigst umspült wird.
Ausfälle gibt’s im gesamten Programm nicht mehr, stattdessen wird heftig um Aufmerksamkeit geheischt – egal ob das schleppende wie verspielte „Primordial Incantation“ oder das sehr elegisch wirkende „Unorthodox Catharsis“ (welches mit uraltem Doom/Death der Marke Paradise Lost angereichert wurde) angespielt wird; bis auf den bereits erwähnten Opener und dem etwas unschlüssigen „Devilish Enlightenment“ sind alle Kompositionen weit über dem Durchschnitt anzusiedeln und reich an Details.
Und - eine ganz besondere Person hat es sich auf einem der hinteren Ränge bequem gemacht: „Ascension of Lilith“ (na, klingelts da bei so manchem Altfan ?) führt wahrhaft kaiserliche Züge mit sich - symphonisch, technisch virtuesk bollernd und trotzdem eingängig wie Sau. Das mit Untertongesang verzierte Schmuckstück sollte als Anspieltipp eigentlich reichen. Danach ist mit dem heftig galoppierendem Abschluss „Soulgate“ erstmal - wohl aber nicht letztmals - die Repeattaste am Zug…

Nachdem schon der Vorgänger „Revelation“ eine saubere Angelegenheit war, darf – nein - MUSS man als Freund dunkler wie aggressiver Klänge bei „The Black Curse“ zugreifen!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: PMH (06.09.2008)

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