Sinister - The Silent Howling

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VÖ: 22.08.2008
Bandinfo: SINISTER
Genre: Death Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Aus Holland kommen nicht selten wunderbare Death Metal Scheiben, die vom einen oder anderen Urgestein des Genres kreiert werden. SINISTER gehören zu den dienstältesten Tulpenschlächtern: Seit 19 Jahren existiert diese Band mittlerweile, wenngleich SINISTER anno 2008 wenig gemeinsam hat mit dem damaligen Line-Up.
Dies mag ein Grund für den immer weiter sinkenden Status der Band sein: Wenn man durch Besetzungswechsel für Aufsehen sorgt anstatt gute Alben zu veröffentlichen, besteht die Gefahr der sinkenden Popularität.
Zudem bekamen SINISTER im Rahmen des – mMn zu Unrecht – überall heftig kritisierten Vorgängerwerks “Afterburner“ kaum positive Presseresonanzen.

Auch “The Silent Howling“ wurde vor allem von den Printmedien mit Missachtung bestraft. Ein Blick auf die Wertungen der Journalisten des deutschen Metal Hammers spricht Bände. Warum diese Missachtung zu einem Charakteristikum dieser Band wird, bleibt weiterhin unklar.
War “Afterburner“ zumindest ein gelungenes Comeback, so ist “The Silent Howling“ ein eindeutiger Schritt in die richtige Richtung. Natürlich klingen SINISTER heute nicht mehr wie auf “Cross the Styx“. “The Silent Howling“ besteht aus 7 Songs fernab der 5-Minuten Grenze, die um einiges vielseitiger und progressiver sind als es die ursprünglich äußerst simple Orientierung der Band vermuten ließe:
Während der Opener “Republic of the Grave“ noch recht übliche Zutaten (wie einprägsame Gitarrengrooves und ordentliches Schlagzeuggeprügel) beinhaltet, folgt mit “Summit of Sacrifice” doch tatsächlich ein Song, der sich nach einem urtypischen Beginn mit Hilfe einer deutlichen Tempodrosselung entwickelt. Rockige Passagen treffen auf Death Metal Geprügel und melodische Gitarrenleads.
Nach dem eingängigen “Fortified Bravery“ folgt mit dem beinahe 11-minütigen Titeltrack ein wahres Deathmonster, das nach einigen Durchläufen zu überzeugen weiß. Nachdem mit “The Kill to Come“ ein an alte “simple” Zeiten erinnerender Song für Abwechslung sorgt, folgt mit „Palace of Fates“ das nächste Todesungetüm. Auf Orientalisch klingende Gitarrenleads folgt der typische SINISTER Groove, der wiederum nach etwas mehr als 3:30 Minuten durch eine deutlich schnellere Passage abgelöst wird. Diese mündet wieder in das Anfangsmotiv, das wiederum von bekanntem Grooveteil ins Nirwana katapultiert wird. Diese vermeintlich holprigen Übergänge funktionieren dabei problemlos. Nach diesem stimmigen Track beendet das gefällige “If it bleeds…“ dieses gelungene Werk der Mannen um Adrie Kloosterwaard.

SINISTER entwickeln sich in ihrem eigenen Rahmen weiter, wenngleich Fans der ersten Stunde nun eventuell weniger Freude an der Band haben könnten. Qualitativ kann man “The Silent Howling“ nur wenig vorwerfen. Nach einigen Durchläufen entwickelt sich das Werk zu einem gut gemachten Death Metal Album. Dabei wurde auf Abwechslungsreichtum und – trotz des gesteigerten Grades an Frickelei – auf eine gewisse Eingängigkeit gesetzt, die meistens auch erreicht wird. Perfekt ist “The Silent Howling“ noch nicht geworden: Um zu einem Genreklassiker zu avancieren, fehlt an manchen Stellen noch das gewisse Maß an Genialität. Die einfacheren Songs des Albums wirken etwas zu bieder um den ganz großen Coup SINISTER’s darzustellen. Death Metal Fanatiker, die einer Platte auch mal etwas Zeit zur Entfaltung gönnen, sollten “The Silent Howling“ eine Chance geben!
Anspieltipps: “The Silent Howling“, “Summit of Sacrifice” und „Palace of Fates“.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (16.09.2008)

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