Grave Digger - The Last Supper

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VÖ: 17.01.2005
Bandinfo: Grave Digger
Genre: Heavy Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Anno 1983 mit Erscheinen des Debuts „Heavy Metal Breakdown“ haben – zumindest für mich – die Grabschaufler auch schon ihr Karrierehighlight abgeliefert, der Nachfolger „Witchunter“ (1985 erschienen) war auch noch ein schöner Brocken, aber spätestens nach dem peinlichen „Stronger Than Ever“ Ausrutscher (für diesen „Glam-Scheiß“ ließ man sogar das Grave im Namen weg) waren die Teutonen für mich gestorben. Ein dann und wann Reinhören in diverse – meist konzepttechnisch aufgemotzte – Veröffentlichungen der „Neuzeit“ bestärkte mich auch noch in dieser festgefahrenen Meinung.

Nun jetzt liegt also der neue Streich der Mannen um Chris Boltendahl vor und ich finde, der Albumtitel hätte treffender nicht ausfallen können, denn zum „letzten Abendmahl“ könnte sich dieser Rundling für die Band durchaus manifestieren.

Schon der Titelsong könnte banaler, nichts sagender und stumpfer nicht ausfallen (da helfen die eingebauten Pianoparts auch nicht mehr wirklich), mein hoch geschätzter Kollege Werner vom Darkscene hat es ja schon treffend ausgedruckt „künstlerische Banalität“ nannte er das, da hat er Recht, nur warum muss man so was gut finden?

Die „pfeilschnellen Nackenbrecher“ (wiederum O-Ton Werner) sind zwar pfeilschnell, aber qualitativ in der kreativen Sackgasse (Werner die Dritte). „Desert Rose“ ist ein manchmal an billigen Priest Abklatsch erinnernder, im Refrain „Deutsch Dümmelei“ verbreitender Langeweiler, „Hell to Pay“ tönt keinen Zacken überzeugender aus meinen Speakern - im Gegenteil - alleine für die eingebaute Bridge gehören Boltendahl und Anhang geteert und gefedert und der prollige Refrain reizt eher meine Magenwände, als das er zum Bangen animiert, nicht zu vergessen die nervigen Gitarrendisharmonien im Background dieses Songgerüsts.

Halbwegs annehmbare Groover, wie „Soul Savior“ werden durch sperrigste Zwischenteile verhunzt, das 7-minütige „Crucified“ fällt durch einen fast schon poppig-anmutenden Refrain und endloser Langeweile auf und so richtig überzeugen kann mich kein einziger der insgesamt 10 Stücke (excl. Intro). Am ehesten würde ich mich noch mit der Kitschballade „Always And Eternally“ anfreunden, hauptsächlich, weil Boltendahl’s Geröchel einen idealen Kontrast hierzu bildet, fernab eines guten Songs ist aber auch dieser balladeske Rausschmeißer.

Und um noch mal auf den lieben Werner zurückzukommen: Wenn ein unbedarfter Banger dem Quartett ein „na ja, typisch GRAVE DIGGER halt“ (eben nicht(!!!) das sind extrem schwächelnde Grave Digger, lieber Werner) oder „wer braucht die noch? (da haste Recht, ab in die härtetechnische Pension mit den Grabschauflern, das letzte Abendmahl wurde ja soeben zelebriert) zukommen lässt, dann bin ich verdammt noch mal ab heute ein unbedarfter Banger, aber dann muss ich Gott sei Dank kein Grave Digger Neuzeit-Zeux mehr an meine Ohren lassen.

In meinem CD-Schrank wird sich dieses Ding 100%ig nicht verirren, bin aber draufgekommen, dass sie sich vorzüglich fürs Mülleimer-Zielschießen eignet, war eh von Nöten, die neue TRISTANIA-CD sah nämlich genau aus diesem Grund schon ziemlich mitgenommen aus…

1,5 Points – weil die Produktion schön fett ist, aber auch nur deswegen...



Bewertung: 1.5 / 5.0
Autor: Reini (18.01.2005)

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