Thyrfing - Hels Vite

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VÖ: 22.10.2008
Bandinfo: THYRFING
Genre: Folk Metal
Label: Regain Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

3 lange Jahre nach dem herausragendem „Farsotstider“ legen die abgespeckten Schweden - mittlerweile mit dem ex-Naglfar Wildfang Jens Ryden an den Vocals verstärt - ihr sechstes Studiolangeisen unter den Gabentisch aller Viking/Black/Folkmetaller, denen genügend Dreck unter den Fingernägeln und auch im Sound nicht juckt…

Natürlich klingt „Hels Vite“ eine Spur anders als der Vorgänger, allein durch den Abgang zweier soundtragender Personen und der Verstärkung der düsteren, mystischen Atmosphäre verschieben sich die neuen Kompositionen weiter in Richtung Überlänge und Down / Midtempo, lassen den billigen, übermütigen & keyboardgeschwängerten Happysound der Anfangstage auch hier zu keiner Sekunde aufleben… ***** sei Dank! Das Kollektiv ist sowohl an den Instrumenten als auch in den Songs eine massive Einheit - hier gibt es keinen Platz für Wichtigtuer, was zählt ist allein das Ergebnis! Und das kann sich mehr als nur hören lassen…

Allein der spannungsgeladene Auftakt von „En Sista Litania“ lässt keine Wünsche offen: der Sound ist roh, heavy - und auf eine beunruhigende Art perfekt zur Musik passend. Choräle, eine stets abseits der Norm aufspielende Tastenarbeit und die wunderbar ins Gesamtbild integrierten Gesangsattacken von Mr. Ryden (welcher hier eine ganzes Stockwerk tiefer, als auch reifer klingen) lassen den anfangs schwer fassbaren Longtrack innerhalb einiger Durchgänge zu einem wunderbaren, schwarz angehauchten Doombrocken heranreifen. Nur der winzigen Prügelpart ist in meinem Augen ein Störfaktor…
Anders gelagert präsentiert sich Song Numero Zwo - zugänglicher sowie mit einem absolut süchtig machenden Refrain verziert macht sich „Fran Stormens Öga“ sinnesbetörend auf in Richtung Valhalla. Die schweren Riffs inmitten des ebenfalls im gemächlichen Tempo marschierenden Ohrwurms verschlingen so allerlei heroische Momente im nächtlichen Marsch durch Eis und Schnee, bevor eine Schar Akustikgitarren den Song noch ein mildes Lächeln auf das grimmige Antlitz zaubern. Erstmals seit langer Zeit befinden sich auch wieder englischsprachige Titel auf einem Thyrfing-Werk: Stürmt das powervolle „Isolation“ anfangs mittels gesteigerter Geschwindigkeit durch die kargen Soundlandschaften, so offenbart der weitere Songverlauf mächtige Bläsersätze, eine breitere Instrumentierung und eine Reduzierung des Tempos.
Ganz grosses Kino sind aber auf alle Fälle der wuchtige, in großen Instrumentalstücken gegossene Titeltrack , wo sich Pathos und nordische Unterkühltheit auf höchstem Niveau duellieren und das ausklingende „Tre Vintrar – Tva Solar“, welches mit Akustik- und Pianoklängen die frostigen Downtempohymne gekonnt umspielt. Dazwischen gibts einige intensive Momente, geschaffen von der herben Stimme Ryden´s und der zähfliessenden Melange aus bleierner Schwere und kämpferischen Aufhellungen...

Was bleibt für die Nachwelt ? Wieder einmal haben es die Mannen aus dem hohen Norden geschafft - „Hels Vite“ ist eine weitere Steigerung im Schaffen der Band; eine Ansammlung von finster-heroischen Klangmaterial und das perfekte Bindeglied zwischen den leidenschaftlichen Epikern Moonsorrow und den progressiven Innovatoren von Enslaved. Kaufpflicht!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: PMH (16.10.2008)

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