Julia - The Scars We Hide

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VÖ: 10.10.2008
Bandinfo: Julia
Genre: Alternative Rock
Label: Edel Records
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Lineup  |  Trackliste

Obwohl Österreich in den letzten Jahren immer wieder überdurchschnittliche Rockbands hervorgebracht hat, bleibt ihnen der Erfolg selbst auf nationaler Ebene leider meist verwehrt. Während also Talente wie SCREENA oder LAUSCH ein eher wenig beachtetes Schattendasein fristen müssen, sind es vor allem die durchschnittlichen bis ärgerlichen Gruppen, die dann mit FM4 Protektion oder durch Werbeverträge zu größeren Erfolgen gepusht werden. In diese Kategorie fallen neben den unsäglichen 3 FEET SMALLER eben auch JULIA, wobei diese beiden Bands wohl nicht nur aus purem Zufall gerade gemeinsam auf Tour unterwegs sind.

Dabei verkünden sie diesmal ganz stolz völlig auf Balladen verzichtet zu haben, was ihrem dritten Album „The Scars we Hide“ eine neue Härte und wohl auch Bodenständigkeit verleihen soll, im Endeffekt aber nur auf Kosten der Abwechslung geht. Die Musik von JULIA ist ohnehin nicht mehr als dieser typisch deutsch-österreichische Pseudoalternativerock, bei dem ein viel zu übertrieben cool agierender Sänger versucht, den belanglosen Songs seinen nicht vorhandenen Stempel aufzudrücken. Hin und wieder werden noch ein paar Screams für die Emos eingestreut, und fertig ist die neue Hitscheibe der Spielkonsolengeneration. Wenn der beste Moment einer Platte ein gestohlenes QUEENS OF THE STONE AGE Gitarrenriff ist („Empire“), dann wundert man sich selbst über so penetrante Songs wie „Call the Ambulance“ nicht mehr, deren Qualität selbst LIQUIDO Niveau zu unterbieten vermag.

JULIA sind nicht mehr als das seelenlose Produkt einer Zeit, in der Castingshows und Werbefirmen den Geschmack von Teenagern bestimmen können. „The Scars we Hide“ wurde scheinbar komplett am Reißbrett entworfen, wobei jede Note nur nach dem schnellen Geld zu schreien scheint. Außerhalb Österreichs dürfte sich ohnehin kein Mensch für diese Band interessieren, aber hierzulande bekommen sie ohnehin bereits mehr Aufmerksamkeit, als sie eigentlich verdient hätten.



Bewertung: 1.5 / 5.0
Autor: bender (21.10.2008)

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