Long Distance Calling + Leech - 090208

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VÖ: 26.09.2008
Bandinfo: LONG DISTANCE CALLING
Genre: Post-Rock
Label: Viva Hate Records
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Lineup  |  Trackliste

LongDistanceCalling aus deutschen Landen & die Schweizer Leech (welche fast zeitgleich ihr 4. Album in Europa raushauen - wenn auch mit Verspätung...) geben sich auf einem gemeinsamen Silberling die Ehre ; klassisch aufgeteilt in jeweils 2 Tracks - und dennoch musikalisch wie geistig nahestehend: rein instrumentaler Postrock auf internationalem Niveau - warm tönend, exzellent wie facettenreich produziert und detailreich von kompetenten Musikern in Szene gesetzt kann man hier rund 34 Minuten lang dem Alltag ein Schnippchen schlagen…

Doch – recht viel Neues entdeckt man auf dem nebulös betitelten (lt. Recherche das Datum des ersten gemeinsamen Auftritts) Splitwerk auf den zweiten Blick nicht wirklich: LONG DISTANCE CALLING zeichnen hier überarbeitete Versionen des (vergriffenen) Demowerkes „Dmnstrtn“ auf Band auf; und auch bei LEECH hat der Longtrack „Inspiral“ seinen Platz auf dem aktuellen Rundling „The Stolen View“ nocheinmal gefunden…

Genug genörgelt – für einen hochklassigen Appetizer reicht das Material allemal aus und so tönen die germanischen Beiträge „Metulsky Curse Revisited“ als auch „Black Bird vs. Red Bug“ homogen wie wandlungsfähig zugleich aus den Speakern, übermitteln dabei (auch) ohne Gesang eine düstere als auch schwermütige Stimmung die mehr als kurzweilig auf den Hörer wirkt, aber auch mit durchaus harschen Untertönen überzeugen kann ! Soundspielereien wie dynamische Auf&Abs werfen gelungene Anker in die instrumentalen Eiländer; dazu bieten satt rockende und verspielte Riffs vorallem beim ersten Track einigen Platz zum Träumen.. man darf mehr als gespannt sein auf den „Satellite Bay“ – Nachfolger!

Etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen die zwei Kompositionen von LEECH – auf der einen Seite das mehr als gelungene als auch bekannte „Inspiral“; auf der anderen Seite bietet „Oktober“ (in meinen Augen ein mehr als passender Titel) eine gelungene Fortsetzung (?) des aktuellen Sounds: schwebend, mit einem langen wie fesselnden Auftakt bieten die Schweizer einmal mehr Klassemusik die sich durch die Synthesizerklänge etwas mehr (Experimentier)Raum verschafft, andererseits aber auch mit konventionellen Klängen immer eigenständig und beweglich genug klingen - dabei mitunter an härtere Sigur Ros erinnern - um gegenüber den Brüdern im Geiste, sprich LongDistanceCalling, nicht zu schwächeln…

Ergebnis? Unentschieden.
Erkenntnis? „090208“ darf man sich ohne Gewissensbisse (neben dem bereits veröffentlichten Material beider Musikschaffenden) ins Regal stellen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: PMH (24.10.2008)

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