Guns N' Roses - Chinese democracy

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VÖ: 22.11.2008
Bandinfo: Guns N' Roses
Genre: Rock
Label: Universal Music Austria
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Lineup  |  Trackliste

Es ist so weit…

Axl Rose ist aus dem Winterschlaf aufgewacht und wirft nach sage und schreibe 15 Jahren endlich wieder ein neues Studio-Album auf den Markt. „Chinese democracy“ nennt sich das gute Stück, das Rose erneut unter seinem alten Banner Guns’n’Roses veröffentlicht. Dass er der einzige ist, der von der Ur-Besetzung über geblieben ist, scheint dabei niemandem zu stören. Slash und Co. gehören ja bekanntermaßen schon seit vielen Jahren nicht mehr zu der Band, die in den späten 80ern und frühen 90ern die Musikwelt neu reformiert haben. Alben, wie das überaus geniale „Appetite for destruction“ oder „Use your illusion I“ gehören bis heute zu den besten Rock-Alben, die je eingespielt wurden. Und genau daran will Axl Rose nach einer so langen Zeit erneut anschließen.

Die Kritiker sind natürlich schnell laut geworden, als bekannt wurde, dass Rose ein neues Album veröffentlichen würde. Das Release-Datum hat sich immer wieder um diverse Wochen, Monate, ja Jahre verschoben, was auch nicht gerade zu steigender Beliebtheit des Zöpfchen-Trägers beigetragen hatte. Ende November 2008 ist es aber dann so weit. „Chinese democracy“ erblickt das Licht der Welt. Noch ganz grün hinter den Ohren und auf dem Cover, welches ein sehr originelles Fahrrad ziert. Dann der erste Durchlauf: Sofort fällt erfreulich auf, dass Rose immer noch so singt, wie schon 1 ½ Dekaden zuvor. Seine, teils kreischende, doch einfach einnehmende Stimme thront noch immer über seinen ureigenen Kompositionen, was mir sofort gefällt. Die Single und der gleichzeitige Titeltrack hauen mich nicht unbedingt vom Hocker, da war ich schon im Vorfeld ein wenig enttäuscht von diesem Song. Und das hat sich auch bis heute nicht geändert. Doch was kommt dann?

14 Titel befinden sich auf der Platte. Auf einer CD, auf die man jahrelang gewartet hatte. Natürlich kann keine Art von Musik (welche auch immer) eine solch lange Wartezeit rechtfertigen. Das ist einfach unmöglich! Und natürlich sagen viele, dass man nach dieser Zeit etwas viel Besseres erwarten dürfte, aber mit diesen Meinungen kann ich absolut nicht übereinstimmen. Rose hat zwar ewig lang gebraucht, um „Chinese democracy“ zu veröffentlichen, doch vielleicht war er selbst einfach noch nicht bereit dafür. Klar, diese Terminverschiebungen taten dem Ruf der Platte nicht gut, doch man kann jetzt im Nachhinein mit bestem Wissen und Gewissen sagen, dass die chinesische Demokratie ein cleverer und vor allem auch überzeugender Schachzug geworden ist.

Die Platte vereint alle Stärken der Band oder besser gesagt von Herrn Rose. Denn „Chinese democracy“ ist quasi ein Alleingang des quirligen Fronters. Das groovige „Catcher in the rye“, das ruhige „Street of dreams“, das ein wenig an das gute alte „November rain“ erinnert, das aufbrausende „Better“ oder das extrem rhythmus-wechselnde „There was a time“; auf diesem Album befinden sich wirklich genug Anspieltipps! Ein Album in einem Genre, aus dem in letzter Zeit nicht gerade viel Hochklassiges gekommen ist. Leider muss man sagen, dass sich auch der ein oder andere Lückenfüller auf die CD geschlichen hat, doch über diese kann man getrost hinweg sehen, da der Rest wirklich überzeugend daher kommt.

Rose und seine Jungs zeigen, dass sie es immer noch drauf haben, sogar nach so langer Zeit. „Chinese democracy“ ist ein wirklich gutes Album geworden, auf das Guns’n’Roses stolz sein können. Ich will mich jetzt gar nicht den Lobhudlern bzw. den herben Kritikern dieses Albums anschließen. Ich finde „Chinese democracy“ abgesehen von den ganzen Termin- und Veröffentlichungsgeschichten wirklich gut und kann es wirklich nur weiter empfehlen, da diese Platte es hervorragend versteht total rockige Elemente mit balladesken Teilen und der unverkennbar genialen Stimme des Axl Rose zu vereinen.

„Chinese democracy“ ist viel besser geworden, als ich es mir zuerst ausmalen konnte. Vielleicht bleibt noch ein wenig Luft nach oben, da wie gesagt zwei, drei Songs nicht wirklich überzeugen können, doch ansonsten kann man sagen hat Rose es geschafft ein gutes Album einzuspielen. Und mehr Publicity, Werbung und Propaganda kann man sich als Künstler gar nicht mehr wünschen. Dass sich die chinesische Bevölkerung nun ob des Albumtitels auch noch persönlich angegriffen fühlt, tut ihr Übriges dazu. Da ist Aufklärungs- und Schlichtungsarbeit nötig, während sich das Album verkauft wie Bäcker’s warme Semmeln am Sonntagmorgen. Na dann, viel Spaß noch!!!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: mat (30.11.2008)

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