Girlschool - Legacy

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VÖ: 03.11.2008
Bandinfo: GIRLSCHOOL
Genre: Rock
Label: Wacken Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Trivia

GIRSCHOOL? Die mittlerweile 30 Jahre, die jene sich unter diesem Banner formierenden Musikerinnen seit der ersten Veröffentlichung auf dem Buckel (bzw. auf den Buckeln) haben, führen den Bandnamen gewissermaßen ad absurdum. Schülerinnen sind Jackie Chambers und co. schon lange nicht mehr.

Die englischen Damen sind bekanntlich befreundet mit MOTÖRHEAD, was sich auf “Legacy“ gleich mehrmals zeigt.
Zum einen wirft man mit den Namen bekannter Gastmusiker nur so um sich: Natürlich sind Lemmy und Phil Campbell (und sogar “Fast“ Eddie Clark!) als Gäste zu notieren, doch auch weniger zu erwartende Namen wie z.B. Eddie Ojeda, J.J. French, (TWISTED SISTER), Ronnie James Dio und Tony Iommi tragen sich in die Gästeliste ein.

Dies mag bisweilen nett für die Gehörgänge sein, macht aber alleine sicherlich noch kein gutes Album aus. Doch GIRLSCHOOL agieren abermals wie ihre männlichen Kollegen rund um Herrn Kilmister: Sie wissen genau, was sie zu tun haben, um ihre Fans nicht zu enttäuschen!
Da gibt es ein gelungenes MOTÖRHEAD Cover (“Metropolis“), ein wunderbar knarziges Gesangsgastspiel von Lemmy bei “Don’t Talk To Me“ und mehrere für GIRLSCHOOL typische Rockohrwürmer wie “Everything’s The Same“, “From The Other Side“ oder “Legend“. Doch abermals erweisen sich die Damen als intelligente Zeitgenossinen und kratzen immer dann, wenn sie Gefahr laufen zu vorhersehbar zu werden, geschickt die Kurve. So ist “I Spy“ für GIRSCHOOL-Verhältnisse überraschend düster, wenngleich die Bonus Version dieses Songs im “Dio/Iommi-Mix“ natürlich noch um einiges schwerer und ernsthafter wirkt. Zudem klingt “Whole New World“ bis auf den eingängigen Refrain etwas unkonventioneller, was vor allem mit der abgehackten Rhythmik des Stückes begründet werden kann. Trotz dieser Nuancen bleiben GIRLSCHOOL aber natürlich auch auf “Legacy“ großteils in ihrem stilistischen Rahmen, was nicht unbedingt schlecht ist. Man mag die Struktur von Stücken wie “Spend Spend Spend“ oder dem lässigen Rocker “Still Waters“ zwar schon kennen und der Band nur wenig Anspruch zuweisen, doch muss man eingestehen, dass die Songs ganz einfach funktionieren!

Und somit kommt man zurück zum Ausgangspunkt: Die Kritikpunkte und genau jene positiven Aspekte lassen sich auch auf MOTÖRHEAD adaptieren. GIRLSCHOOL machen genau das, was sie gut können. Platz für Progressivität bleibt da natürlich keiner. Und doch überraschen sie mich durchaus positiv. Denn so viel Feuer unter dem Hinterteil hätte ich den nicht mehr so jungen Damen nicht zugetraut. Diese „Mädels“ rocken – und das hoffentlich noch für viele Jahre!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (05.12.2008)

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