Seance - Awakening of the Gods

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VÖ: 30.01.2009
Bandinfo: Seance
Genre: Death / Thrash Metal
Label: Pulverised Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Und wieder hat eine Krachkapelle ihr Totenbett verlassen um uns mit einer (wahrscheinlich nicht zwingend nötigen) Reunion zu nerven. Seance, das sind mehr oder weniger ¾ von Witchery bzw. Satanic Slaughter, hatten Anfang der 90er zwei ziemlich passable Longplayer am Start – da aber von Seiten der Plattenfirma (BlackMark) zuwenig unternommen wurde um die Truppe am Leben zu erhalten, gingen die Anstrengungen nach „Saltrubbed Eyes“(1993) auch schon wieder verlustigt…

Gute 15 Jahre später sind die Herrschaften mit leicht verändertem Sound / Besetzung wieder am Start - das Fehlen von Riffmeister Patrik Jensen (now THE HAUNTED) macht sich über weite Strecken aber doch einigermaßen bemerkbar: gute Ideen oder Weltklasseriffs sind in der Unterzahl; der leicht thrashlastige Todesmetall der SEANCEler klingt an manchen Stellen einfach zu altbacken und beliebig um hier an die Härteexzesse der Vergangenheit anzuknüpfen. Technisch durchaus fit (man höre „Flight of the Wicked“ und staune), ist vor allem der Sound eine Spur zu blass um den Uptempokalibern aus dem Spannungsfeld MORBID ANGEL / älteren WITCHERY (klar) den nötigen Halt im Reunionsgebirge zu geben.
Und wenn sich im zweiten Albumteil eine Spur zuviel Midtempo einschleicht wird’s schnell eine Ecke zu zäh - da gibt’s weder Überraschungen noch stilübergreifende Elemente um den Hörer bei der Stange zu halten. Gut, ein paar nett aufbrausende Solis (u.a. in „Murder“) dürfen jetzt nicht unter den Tisch fallen, aber allein die technisch versierte Gitarrenarbeit plus dem heiseren, nicht allzu extremen Gesang von J. Larsson inmitten des geradlinig-komplexem Materials macht jetzt noch keinen zweiten Frühling.

Dass sich aber auch einige Perlen auf dem grosskotzig betitelten Comeback verstecken beweist dass gut aufgelegte Triplepack „They“ / „Your Time has come“ (ein übellauniger Highspeedtrip, der aber etwas zuviel „Altars of Madness“ intus hat) und das abwechslungsreich intonierte „Invocation“. Hier gibt’s Biss, Tempo und Spielfreude satt, leider hat sich dass aber nicht zu allen elf Songs herumgesprochen.

So bleibt unterm Strich einfach zuwenig herausragendes Material um sich abermals in der Championsleague der Todesröchler zu bewegen; auch aufgrund der knapp bemessenen Spielzeit sind die durchwachsenen Stücke im hinteren Drittel ein Grund mehr zur Sorge.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: PMH (30.01.2009)

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