TRIBULATION - The Horror

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VÖ: 27.02.2009
Bandinfo: TRIBULATION
Genre: Death / Thrash Metal
Label: Pulverised Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die morbide Faszination des Todes. Horror und T(h)rash. Slayer und Necrophobic vs. Desaster und uralte Morbid Angel - das Debütwerk der Schweden hält musikalisch was die Optik verspricht: die dämonische Fratze tief in die Achtziger Stahlwerke getunkt, verwursten TRIBULATION in einer guten halben Stunde das einmaleins des Todesthrash - das dabei eigene Ideen zumeist auf der Strecke bleiben versteht sich von selbst.
Aber - die Jungs haben definitiv Feuer unterm Arsch. Breit wie drei Iren am St. Patricksday rumpelt man durch 8 (plus Intro) abschüssige Kompositionen die zwar soundtechnisch jede Menge OldSchooflair intus haben, dabei trotzdem genug Energie und Dreck besitzen um I-Pod bewaffnete Waschlappen im Vorschulalter an die Wand zu drücken. DAS hier, meine Damen & Herren – in Verbindung mit den offensichtlichen Einflüssen welche so ungefähr 1993 abrupt stoppen - ist nur etwas für whiskeygeschwängerte, rauchschwadenummantelte und tanzflächenlose Metallerschuppen. Oder für die etwas ältere Leserschaft, welche immer noch kuttenbewaffnet und badewasserabweisend den guten alten Zeiten hinterhertrauert …

Auffällige Verhaltensmuster, Teil I: die brutal durchs Unterholz gehenden Knochenbrecher enden meist mit horrorartigen Aus-bzw. Überblendungen. Und; Solis im KerryKing-Stil lauern quasi hinter jeder Ecke, driften aber niemals ins Chaotische ab sondern schieben leicht melodiös verstärkt nocheinmal das zumeist forsche, aber niemals blastige Grundtempo an.
Auffällige Verhaltensmuster, Teil II : die Parallelen zu mittelalten Necrophobic sind allgegenwärtig - bietet das aus allen Rohren feuernde „Curse of Resurrection“ mit seinem heiseren Zierrat quasi das ungestüme Gegenstück zum dritten Antichristen, so legt „Vampyre“ gleich einmal mit einem geborgten Auftaktriff etwas midtempolastiger den Faden zum grossartigen `93er Debut „The Nocturnal Silence“
Lieber gut geklaut als schlecht selber komponiert ??? Naja, ihre Instrumente beherrschen die mit putzigen Pseudonymen behafteten Musiker allemal; das sollte aber heutzutage eine Selbstverständlichkeit sein oder? Auch die Tatsache dass das Material schon anno 2007 eingeprügelt wurde macht „The Horror“ zu keiner Weltklassescheibe … aber eine räudige Partyscheibe, die nach einem Kasten Bier und zur fortgeschrittener Stunde umso besser zur Geltung kommt ist allemal dabei rausgekommen. Nüchtern betrachtet bleiben gute 3 Sternchen über – weil innovativ oder kundenfreundlich (sogar die letzte Deicide war länger!!) ist der Rundling weniger…

Im Zweifelsfall hört mal in den Zungenbrecher „Seduced by the Smell of Rotten Flesh“ rein; hier gibt’s einen sehr gelungen Downtempoeinstieg, handliches Uptempogekloppe und sogar ein wenig Bombast im hinteren Teil. Ist eine nette Abwechslung zum sonstigen Donnerwetter ;)



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: PMH (16.02.2009)

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