DECEIVER - Thrashing Heavy Metal

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VÖ: 27.02.2009
Bandinfo: DECEIVER
Genre: Thrash Metal
Label: Pulverised Records
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Lineup  |  Trackliste

Pulverised Records werfen mit dem neuen Output der szenebekannten Schweden DECEIVER eine rotzige und traditionell gehaltene Thrashkeule auf den Markt. Bekannter sind Pete Flesh, Flingan und Crille Lundin von den verstorbenen Maze Of Torment sowie Flesh und Thrown, mit denen man eher dem todesmetallischen Thrash huldigt. Die bereits gespliteten Nordmänner haben sich laut Infoschreiben nur für dieses eine, letzte Werk reuniert. Sie segeln, nach eigener Aussage, auch im Fahrwasser von frühen King Diamond, Mercyful Fate und Judas Priest. Die Heavy Metal Einflüsse sind auch von Beginn weg zu erkennen und legen die Vorlieben der drei Jungs bereits deutlich offen, doch um sich mit den oben genannten Göttern des 80er Metals zu messen gehört schon mehr, als nur auf den Kultbonus zu pochen.

DECEIVER haben sich ja schon 2007 selbst beerdigt, hatten aber scheinbar noch genug Material einzuspielen. Reunions sind gerade in der heutigen Zeit eine zweifelhafte Geschichte. Im Gegensatz zu bekannteren Reinfällen wie Forbidden oder etwa Pestilence beweisen DECEIVER aber fühlbar, dass man eine gehörige Portion Herzblut und sehr viel Liebe in das Abschiedsalbum gesteckt hat. Wer instrumentale Glanzleistungen oder kompositorische Kunststücke liebt, sollte allerdings lieber zum nächsten Review wechseln. DECEIVER wissen es jedoch genickmuskelstrapazierende und bierfördernde Thrash-Hymnen zu bolzen und fahren damit gar nicht mal schlecht. Frühe Testament, Witchburner oder Merciless Death können als Vergleich herangezogen werden. Vor allem verstehen es DECEIVER zwischen ihren Highspeed Brocken auch mal entspannende Stücke einzubauen, was der Scheibe gut zu Gesicht steht und den Hörgenuss durch leichten Abwechslungsreichtum steigert. Produziert wurde das gute Stück von niemand geringerem als dem legendären Tommy Tägtgren der dieser flotten Scheibe den passend rohen und räudigen Sound aufsetzen konnte.

Natürlich ist nicht alles eitel Wonne beim Powerchord-bewanderten Trio. Die Austauschbarkeit der einzelnen Stücke ist bei häufigerem Konsum des Albums nicht von der Hand zu weisen. Puristische Gemüter und Kuttenträger werden den Blondschöpfen zwar die Füße küssen, doch angesichts der Marktüberschwemmung zahlloser Old School Thrash Bands werden die frisch aufgelösten DECEIVER keinen „Destruction Memorialoscar“ gewinnen können. Die zehn Tracks knarzen und rattern dennoch geradewegs in die Rübe und sind der perfekte Hintergrund für eine bierselige Runde. Nicht mehr und nicht weniger. Herausstechende Tracks sind „The Tail’s Of Whom In Shadows Fall“, „Coma Of Death Toxication“ und „Ghost Of Souls & Inner Hate“, welches sich als wahres Riffmonster erweist. Schade nur, dass man DECEIVER mit Gallonen voller Bier nicht mehr live bebangen kann, den in der heimischen Anlage wird „Thrashing Heavy Metal“ wohl nur bei einschlägigen Szenefetischisten in Dauerrotation treten...



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (02.03.2009)

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