Queensrÿche - American Soldier

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VÖ: 27.03.2009
Bandinfo: QUEENSRÿCHE
Genre: Progressive Metal
Label: Rhino Records
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Lineup  |  Trackliste

"Welcome To The Show!" Wenn ein Album schon mit diesen Worten beginnt und dabei die Einberufung zur amerikanischen Army gemeint ist, dann weiß man schon von vornherein, was es hier geschlagen hat...

Die Prog-Götter von QUEENSRYCHE sind zurück und liefern erneut ein Konzeptalbum ab, das sich aber thematisch extremst von den "Mindcrime"-Vorgängern abgrenzt. Auf "American Soldier" erzählen Geoff Tate und seine Kollegen nämlich in beeindruckender Manier von sämtlichen Kriegseinsätzen, an denen US-amerikanische Soldaten beteiligt waren. Mit Hilfe von zahlreichen Interviews mit jungen Soldaten, die wirklich im Irak gekämpft haben und Worten von alten Zeitzeugen, haben QUEENSRYCHE das wohl beeindruckendste Progressive-Werk der letzten Jahre auf CD gebrannt.

Man muss natürlich sogleich zugeben, dass ein solches Konzept in Europa mit Sicherheit nicht fruchten würde, denn jede Rückbesinnung an alte Zeiten und Tugenden wird bei uns sofort mit Nationalsozialismus gleichgesetzt. Das sieht auf dem Kolumbus-Kontinent ganz anders aus, denn da freut sich die Bevölkerung wenn es jemand persönlich in die Hand nimmt und ihre Kriegshelden gebührend feiert und bestätigt.

Wie Tate und Co. jetzt wirklich zu den Kriegen stehen, kann man deswegen aber trotzdem nicht beurteilen, denn darum geht es auf "American Soldier" im Prinzip auch gar nicht. QUEENSRYCHE erzählen einfach die traurigen, überaus emotinalen Geschichten verschiedenster Soldaten und bedienen sich dabei etlichen Sprachsamples, die das brutale Geschehen noch näher an den Hörer zu transportieren vermögen.

Die Heftigkeit der Musik hält sich dabei aber größtenteils vornehm im Hintergrund. Klar, der ein oder andere Riff sprüht schon ein wenig rohe Gewalt aus, doch im Großen und Ganzen fährt das Material auf "American Soldier" auf der ruhigen Spur. QUEENSRYCHE verlassen sich auf die Emotionen, die sie mit den brisanten Inhalten der Texte transportieren wollen und dieser Faktor scheint zu großen Teilen hervorragend aufzugehen.

Die eben schon erwähnten O-Töne von Beteiligten macht aus dem Gespielten noch mehr das von vornherein gewollte Konzeptalbum. Tate hat seine Songs eigentlich rund um diese Einsprengsel aufgebaut und liefert erneut total überzeugende Refrains, die perfekt zu seiner sirenenartigen Stimme passen. Apropos Stimme: Geoff Tate singt noch genauso wie vor zwanzig Jahren, als wären inzwischen keine zwei Dekaden vergangen. Respekt für diese tolle Leistung!

Was soll ich noch sagen? "American Soldier" ist ein wirklich sehr gutes Konzept-Album geworden, mit dem QUEENSRYCHE mit Sicherheit qualitativ hochwertigeres Material ablegen, als noch auf "Operation: Mindcrime II". Allein das gewählte Thema und die packende Umsetzung machen aus dieser Scheibe eine rundum überzeugende.

Im Endeffekt haben sich dann leider noch ein, zwei schwächere Songs auf die Platte geschlichen (Bsp. "If I Were King"), die den Gesamteindruck der ansonsten sehr guten Platte ein wenig trüben. QUEENSRYCHE legen mit "American Soldier" ein emotionales, packendes Kunstwerk ab, das gar nicht alleine als Musik zu bezeichnen ist, da ja auch Elemente der Historie, offizielle Statements und politische Einstellungen eine große Rolle spielen. Für Prog-Fans ist dieses Album sicherlich zu empfehlen, doch noch mehr würde ich es Hörern ans Herz legen, die von hochqualitativen Konzept-Alben nicht genug kriegen können.

Eine Rückkehr zu wahrlich alter Stärke scheint bei QUEENSRYCHE also noch immer nicht vollständig ausgeschlossen zu sein...



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: mat (06.04.2009)

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