Root - Hell Symphony

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VÖ: 00.00.2008
Bandinfo: ROOT
Genre: Dark Metal
Label: I Hate Records
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Lineup  |  Trackliste

Bereits im Review zum Re-Release des Klassikers “The Book“ beschrieb ich ROOT als Kultband, die schon zu Zeiten der Tschechoslowakei zu lärmen wusste. Neben der Wiederveröffentlichung jenes Meisterwerks wurde mit “Hell Symphony“ auch das Zweitwerk, bzw. die erste Platte in englischer Sprache wiederveröffentlicht. Als “Hell Symphony“ 1992 erschien, gab es noch keine Bombast-Black-Metal Bands, die heute in der breiten Metalmasse so beliebt und bei den Schwarzmetallpuristen dermaßen verhasst zu sein scheinen. Nein, 1992 war alles noch rauer, schwärzer und auf das vermeintlich Wesentliche reduziert. Dies gilt auch für ROOT – zumindest was die Covergestaltung anbelangt: Pentagramm, Ziegenschädel, die Farben schwarz, weiß und rot…. Pentagramm? Old School? Ziege? Venom, ich hör dir trappsen?

Mitnichten! Wenngleich ROOT anno 1992 noch um einiges schwarzmetallischer vorgingen als bei ihren späteren Werken, spürt man auch bei diesem Frühwerk eine gewisse Eigenart, die man eben nur vom Big Boss und seinen Mitmusikern kennt. Während die „gewöhnlicheren“ Tracks wie “Belial“ oder „Abbadon“ (man nehme sich einmal Zeit die Songtitel zu studieren! Wenn das mal nicht “trve“ ist!) zwar unterhaltsam, aber eher durchschnittlich sind, glänzen ROOT schon auf “Hell Symphony“ immer dann, wenn sie ihren eigenen, bewusst kauzigen Kurs beibehalten. Partiell niedriges Tempo, eine hohe Variabilität in den Vokalpassagen inklusive einiger Choreinsätze und eben viele bisweilen merkwürdig anmutende Songelemente lassen auch “Hell Symphony“ zu einer charmant-morbiden Angelegenheit werden. Vor allem “Loki“ und “Astaroth“ sind Beispiele für diese ROOTsche Kauzigkeit, die sich – abgesehen von den Songtiteln – einen Dreck um Konventionen schert.

So bleibt die Wiederveröffentlichung dieser CD eine feine Sache für all jene, die “Hell Symphony“ noch nicht ihr eigen nennen. Schließlich handelt es sich dabei um ein interessantes Werk, das den weiteren Weg der Band bereits skizziert. Wenngleich eben noch nicht alle Kompositionen ins Schwarze treffen, so sollte jeder Fan der Mannen um Jiri Valter diese CD besitzen! Wenn jemand “Hell Symphony“ bereits besitzt (ja, dabei dürfte es sich um eine recht kleine Gruppe von Metalheads handeln) braucht er diese Wiederveröffentlichung wohl nicht unbedingt. Die drei Live-Tracks, die als Bonus addiert wurden, sind zwar okay, aber nun nicht unbedingt als unverzichtbare Komponenten anzuführen. Dennoch: Auch diese Veröffentlichung der Tschechen hätte sich mehr Aufmerksamkeit verdient als ihr bislang zuteil wurde!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (21.04.2009)

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