Unanimated - In the Light of Darkness

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VÖ: 27.04.2009
Bandinfo: UNANIMATED
Genre: Death Metal
Label: Regain Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

14 Jahre nach dem verkannten Klassiker „Ancient God of Evil“ ruckeln die Schwedenbomber wieder aus der Gruft: das Warum? und Wieso? ist hier – wie bei vielen Comebackversuchen - für die Öffentlichkeit zweitrangig; um der Kohle willen kanns eher nicht sein da mit solch extremer Mucke ja kein Ferrari verdient werden kann. Die Antriebsfeder nach einer sang-und klanglosen Arbeitsniederlegung muss/kann anno 2009 dann folgerichtig also nur die Musik sein … oder ?!?

Vertraute der beiden Werke dürfen auf dem erdig produzierten „In the Light of Darkness“ so manche Aha-Effekte bestaunen, gewisse Trademarks und Parallelen zum letzten Output sind auch nach solch langer Zeit konserviert worden … und musikalisch mit einigen Schwarzwurzelingredienzen abgeschmeckt worden. Das alles erinnert dann ab und an – vor allem an der heftigen, aber jederzeit berauschenden Melodieführung an die zwiespältige Death/Black-Speerspitze Dissection oder Watain. Zwar wird das Gaspedal im parallelen Vergleich etwas weniger durchgedrückt, aber die zehn neuen Kompositionen atmen durchaus denselben Geist, füttern die selben Gedankengänge und sind auch textlich miteinander verknüpft.
Im besten Sinne altbacken / klassisch aufgebaut, arrangiert und aufgenommen durchstreift das Intro das Unterholz von „Storm of the Lights Bane“, bevor das eigentliche Audiomassaker mit „Retribution in Blood“ seinen Lauf nimmt: schleppend, verspielt und dennoch unheilschwanger stürzen die melancholischen Läufe nach und nach in die eigenen vier Wände , setzen treibende Parts und die unnachahmliche , ohne jegliche Keyboardhilfe erzeugte, flächige Aura - lediglich mithilfe des Sechsaiters erzeugt - nach.
Das gealterte Vierergespann versteht sein Handwerk; immerhin hatte man auch ohne Unanimated all die Jahre seine Finger in Musikbusiness gehabt – und das kommt den ausgeklügelten, mit so einigen wohlgesetzten Akustikteilen ausgestatten Tracks heute zugute: man erzeugt verschiedene Stimmungen, treibende Spannungsbögen und schafft nicht einen Ausfall an Bord. Durch die etwas keifende Stimmlage von Mr. Jansson sind die Stücke nicht nur für MelodicSwedendeath-Liebhaber geeignet, sonder bieten für fast jeden Härter etwas zum Festhalten … bestes Beispiel dafür sind u.a. „The Endless Beyond“ (packender, leicht bekannter Mittelteil) oder das rasend intonierte „The Unconquered One“ - zwischen Tod und Teufel schleichen sich immer hinterhältige Melodien ins Handgepäck, um die sinistren Stücke nachhaltig zu würzen, zu bereichern. Kein sinnloses Aneinanderreihen von Riffs, kein stupides Gebolze, kein künstlich-klinischer Sound; hier gibt’s traditionelle Werte im handgemachten Designkleid und eine Riege würdiger Songs, die den Namen Unanimated wieder zurück auf die musikalische Weltkarte bringen sollten.

Ob das neue, mit zahlreichen illustren wie anrüchigen Gästen veredelte Werk in 10 Jahren oder mehr in einem Atemzug mit dem `95er Meilenstein genannt werden kann, würde ich jedoch leicht bezweifeln - Klassiker wie „Life Demise“ oder „Die Alone“ schüttelt man sich selbst nach so langer Sendepause auch heutzutage nicht mehr allzu leicht aus dem Ärmel ; und trotzdem bewahrt ITLOD den Anschein von Würde: gereift, aber ohne jegliche Verwesungsgerüche macht die Aussicht auf eine längeranhaltende Schaffensphase diesesmal durchaus Sinn.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: PMH (27.04.2009)

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