Semlah - Semlah

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VÖ: 27.03.2009
Bandinfo: Semlah
Genre: Doom Metal
Label: Cyclone Empire
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Lineup  |  Trackliste

Manchmal darf der geneigte Metalfan die Augen vor der metallischen Wahrheit nicht verschließen. So muss man z.B. feststellen, dass der Doom Metal Sektor in seinen Einzelteilen zwar durchaus einen Aufschwung erlebt (heutzutage nützen schließlich Bands unterschiedlichster Richtungen einige Zitate dieses Subgenres), der traditionelle Doom Metal aber nach wie vor von einigen Altbands dominiert wird. Manchmal kommt eine neue Band in die Headlines der metallischen Medien, die aber dann meist ebenfalls eine etwas modernisierte oder extremere Version des Doom Metal spielt. Nicht so die Herren von SEMLAH: Die Schweden spielen nämlich guten, alten Doom im Stile von CANDLEMASS, MEMORY GARDEN und COUNT RAVEN. Doch als ob ich meinen eigenen Gedankengang unbedingt bestätigen wollte, lässt sich diese stilistische Ausrichtung abermals mit der musikalischen Vergangenheit (eines Bandmitglieds) begründen: Schließlich zupft bei SEMLAH MR. Wilbur von den damaligen Heroen COUNT RAVEN die vier Saiten.

Dementsprechend hat man es bei diesem eigentlichen Erstling von SEMLAH natürlich auch keineswegs mit Grünschnäbeln zu tun. Und genau so klingt das Songmaterial auch: Routiniert, geschickt und auf eine erfreuliche Weise „retro“!
Dabei werden unterschiedliche Elemente zu einem wohltuend abwechslungsreichen Ganzen vermengt. So schrecken SEMLAH bei aller Liebe zur alten Schule nicht vor häufig auftretenden, auflockernden Rockparts (z.B. “Machination“) oder rein akustischen Teilen zurück. “Perennial Movement II“ ist so ein Fall: Dieser Akustiktrack bietet eine wohltuende Abwechslung zum lodernden Groove vieler anderer Tracks. Durch diesen Gegensatz wird die Wirkung des darauf folgenden “Frayed Wings“ deutlich verstärkt. Somit wird eines klar: Egal ob SEMLAH ganz klassisch (z.B. “Path of a Waning Moon“), explizit atmosphärisch (“Manifestations Obscure“) oder gar rockig und für doomsche Verhältnisse überraschend flott (“Beyond Salvation“) vorgehen, entwickelt sich “Semlah“ nach einigen Durchläufen zu einem recht zufriedenstellenden Werk!

Doch wo Licht ist, muss auch Schatten sein. Und einige Schattenseiten lassen sich auch hier erkennen. Wenngleich sich unter den 11 Songs kein einziger schwacher Track befindet, so fehlt es etwas an Substanz um in die Riege der Doom-Götter aufzusteigen. Wer sich nämlich Hymnen für die Ewigkeit erwartet, wird erfolglos danach suchen müssen. Und genau das ist der Grund, warum z.B. CANDLEMASS (nicht nur) mit ihrem aktuellen Output die Nase doch eindeutig vorn haben!
Für Freunde des melodischen Epic Doom ist “Semlah“ aber dennoch eine Empfehlung wert! Wenn man nämlich nicht die Erwartung hegt, einen absoluten Genreklassiker vor sich zu haben, wird man von SEMLAH keinesfalls enttäuscht. Für die starke musikalische Leistung und das feine Artwork gibt es von mir die Note „gut“!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (21.05.2009)

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