Blood Red Throne - Souls Of Damnation

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VÖ: 30.05.2009
Bandinfo: BLOOD RED THRONE
Genre: Death Metal
Label: Earache Records
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Lineup  |  Trackliste

Wenn über Norwegen gesprochen wird, wirft die Metal-Landkarte üblicherweise unzählbare Querverweise auf mehr oder weniger starke Black Metal-Combos auf. Dass im hohen Norden auch ordentlich geholzt werden kann, beweisen BLOOD RED THRONE immer wieder aufs Neue. Und das ohne Netz und doppelten Boden! Die Kristiansander rund um Bandgründer und Ex-EMPEROR Bassist Tchort bilden ein wahres Potpourri verschiedenster Krachfetischisten. Die unterschiedlichen Mitglieder waren oder sind in illustren Kapellen wie DISMAL EUPHONY, DECREPIT BIRTH, IN VAIN oder GOATLORD beschäftigt und summa Summarum alles andere als Neulinge oder Durchschnittszocker auf dem Schwermetall-Parkett.

Der mittlerweile fünfte Rundling tauft sich „Souls Of Damnation“ und bietet dem geübten Hörer genau das, was er sich von seinen skandinavischen Prügelbuben erwartet. Markerschütternde und durch sämtliche Hirnwindungen bohrende Riffs der Herren Dod und Tchort vermischen sich mit exaktem und punktuellem Geprügel des (mittlerweile sechsten) Drumschemmel-Besetzers Anders Haave, ebenso grandios unterlegter Tieftonung des Bassisten Erlend Caspersen und veredeln sich schließlich mit den tief krächzenden Growls des Vokillisten Vald zu einer nachahmenswerten Melange aus kompromisslosem Death- und derb-rockig wirkendem Thrash-Metal. BLOOD RED THRONE verleugnen ihre Wurzeln zu keiner Zeit und huldigen – völlig egal ob Death oder Thrash – allen Heroen der US-amerikanischen Ostküste. Besonders angetan haben es den fünf Jungs mit Sicherheit die satanischen Kult-Deather DEICIDE, denen man in vielerlei Belangen ehrlichen und verneigenden Tribut zollt. Die schwedische Machart des Tod-Metalls wird völlig außen vor gelassen. Melodieeinsprengsel und nordeuropäisches Verzieren der Soundcollagen sind bei BLOOD RED THRONE kein Thema. Nach Stockholm oder Göteborg blickt man nicht mal mit einem halben Auge.

Songs wie der – auf MySpace bereits länger online gestellte – Opener „The Light, The Hate“ oder das darauffolgende „Harme“ beschwören die Apokalypse herauf, schlagen vorwarnungslos und zentral ins Gesicht. Die Cool- und Tightness der einzelnen Protagonisten kann gar nicht hoch genug gerühmt werden. Unbeschwert wird locker und wuchtig dahin gezockt, ohne auf Gesundheit und Ausgewogenheit der lauschenden Crowd Rücksicht zu nehmen. Der Promotext passt hier ausnahmsweise mal wirklich perfekt – BLOOD RED THRONE würgen tatsächlich Riff um Riff um Riff um Riff… herunter und lassen zu keiner Sekunde Tristesse oder ermüdende Eintönigkeit vorkommen. Man lässt die salonfähig gewordenen Hochgeschwindigkeitswettkämpfe völlig bei Seite und konzentriert sich stattdessen auf den wahren, alten und ursprünglichen Death Metal der Frühzeit. Gepaart mit der satten und druckvollen Produktion wird kein Todmetall-Lunatic am dritten Earache-Werk der Skandinavier vorbeikommen.

BLOOD RED THRONE zementieren ihren Ausnahmestatus mit dem geografisch-untypischen Werk ein weiteres Mal und setzen sich – nach dem etwas lahm kränkelnden „Come Death“ – wieder auf den Thron des nordländischen Death Metals. Gerade die zahlreich eingestreuten Thrash-Vibes des Quintetts sorgen für bleibende Eindrücke. Die Debütscheibe „Affiliated With The Suffering“ wird – nicht nur dank der Bandhymne „Razor Jack“ – zwar immer mein Fave bleiben, mit „Souls Of Damnation“ zeigen sich BLOOD RED THRONE aber wiedererstarkt und bereit, die Bretter der Welt in ihren Grundfesten zu erschüttern. Als Anspieltipps – für immer noch Unentschlossene – seien hier „The Light, The Hate“, „Prove Your Flesh“ und „Throne Of Damnation“ erwähnt. Alsdann – Mahlzeit und guten Appetit mit diesem delikaten Happen groovender Eigenständigkeit!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (23.05.2009)

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