Mystic Prophecy - Fireangel

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VÖ: 22.05.2009
Bandinfo: MYSTIC PROPHECY
Genre: Power Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Vor zwei Jahren wurde mir die Ehre zuteil, mit “Satanic Curses“ die damals aktuelle Veröffentlichung von MYSTIC PROPHECY zu reviewen. 2007 war ich der Meinung, dass MYSTIC PROPHECY eindeutig auf den germanischen Heavy Metal Thron zu setzen sind und dort für lange Zeit residieren sollten. Doch das Schicksal meinte es mal wieder nicht zu gut mit der Band: Immerhin mussten 60% der Band seitdem ausgetauscht werden. Darunter auch das Gründungsmitglied Martin Albrecht, der sich aus privaten Gründen aus der Band zurückzog.

Doch genug der Einleitung: Die Vorzeichen standen nämlich trotz dieses sich drehenden Bandkarussels gar nicht mal schlecht. Schließlich hatte man drei fähige Musiker engagiert. Unter ihnen ist mit Constantine auch mal wieder ein griechisches Gitarrentalent, von dem die Metalwelt noch einiges hören wird.
Musikalisch ist derweilen eigentlich alles beim Alten geblieben, wenngleich “Fireangel“ in dieser Geradlinigkeit vielleicht für den einen oder anderen Fan überraschend sein könnte. Die Songs finden nämlich anno 2009 im Eiltempo den Weg „ins Ohr“ und verweilen dort auf unbestimmte Zeit. Auch weiterhin machen MYSTIC PROPHECY also thrashig angehauchten Power Metal, bei dem Kitsch, Keyboards, Bombast und Eunuchengewinsel keinen Platz haben!

Damit füllen sie gewissermaßen die Lücke zwischen dem gegenwärtig auf der Stelle tretenden Power Metal und melodischem Thrash. Nachdem “Across the Gates of Hell“ sich als typischer MYSTIC PROPHECY Track herausstellt (soll heißen: Viel Groove, knackiges Tempo, atemberaubende Vocals und eine mitreißende Songstruktur), weisen andere Songs doch tatsächlich einen ruhigen, atmosphärischen Beginn auf (z.B. “Demons Blood“ und “Revolution Evil“), nur um daraufhin von den Gitarren zermalmt zu werden. Bei diesen Songs merkt man erst, wie variabel die Stimme von Mastermind RD Liapakis tatsächlich ist. Neben den rauen, recht tiefen Metalvocals kann der Herr auch viele weitere Nuancen in seinen Gesang inkludieren.
Toll ist auch abermals die Produktion geworden, die schön wuchtig, aber eben nicht zu überladen klingt. So bekommt jedes Instrument seinen Spielraum, was zu einem homogen klingenden Gesamtkunstwerk führt.

Wer nach den starken Vorgängerwerken “Savage Souls“ und “Satanic Curses“ einen Qualitätsverlust befürchtet hat, wird demnach eines besseren belehrt. Auch wenn ich gerne Kritikpunkte anführe, um einer Band subjektive Tipps zu geben, um daraufhin vielleicht einem noch besseren Endresultat lauschen zu dürfen, bin ich hier eigentlich am Ende mit meinem Latein. Wenn ich mir Songs wie “To The Devil I Pray“ oder “Fireangel“ anhöre, fällt mir kein negativer Aspekt auf: Die Vocals von Lia werden immer besser, die Riffs und Leads sind weiterhin in der obersten Klasse anzusiedeln, die Rhytmussektion ist ebenfalls talentiert. Dennoch gibt es von meiner Seite dieses Mal „nur“ 4,5 Punkte. Diese Wertung soll allerdings nicht als Qualitätseinbuße verstanden werden, was diese euphorischen Zeilen ja auch ad absurdum führen würde. Damit sollten die fünf Herren nur zusätzlich motiviert werden, auch in Zukunft hart zu arbeiten. Dann erwartet uns in Bälde ein Meilenstein des klassischen Heavy Metal!
Derweile gratuliere ich MYSTIC PROPHECY zu dieser ersten Verteidigung des Throns! Mit einem solchen Album gelingt eben jene nämlich spielend. Anspieltipps? Die Songs 1-11!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: El Greco (25.05.2009)

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