Vindictiv - Ground Zero

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VÖ: 19.06.2009
Bandinfo: Vindictiv
Genre: Progressive Power Metal
Label: Escape Music
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Lineup  |  Trackliste

Die schwedischen Jungs von VINDICTIV sind nun mittlerweile schon seit 2004 am Start. Mit Demo und einer Veröffentlichung im Rücken machte sich die Band rund um Mastermind Stefan Lindholm, der sich hauptsächlich um die hochklassigen Gitarrenmelodien kümmert, auf, um brandneues Material einzuspielen. Mit dem unheilvollen Namen "Ground Zero" betitelt, erscheint der nächste Longplayer der Schweden nun also Mitte Juni dieses Jahres. Progressive Metal ist ja immer so eine Sache. Einerseits kann man sich als unerfahrene Band in endlosem Gefrickel verlieren, nur um DREAM THEATER emsig nachzueifern, andererseits ordnen sich viele Gruppierungen in diesem weitgefächerten Genre ein, ohne wirklich progressiv zu sein. VINDICTIV haben in diesem Zwiespalt aber Gott sei Dank die goldene Mitte gefunden. Lindholm und Co. bieten qualitativ gesehen sehr hochwertigen Metal, der großteils mit progressiven Elementen spielt und auch dem traditionellen Power Metal nicht ganz abgeneigt ist.

Beim ersten Reinhören in "Ground Zero" fällt sofort auf, dass der kürzeste Song auf der Platte es immer noch auf satte sechs Minuten Spielzeit bringt! Diese Tatsache erzeugt natürlich etwas Gänsehaut und Befürchtungen bezüglich Langatmigkeit und Langeweile. Der Opener "Modern World" beweist aber gleich in beeindruckender Manier, dass diese Sorgen und Ängst komplett unbegründet waren, denn VINDICTIV haben gut vorgesorgt. Die hervorragenden Riffs werden mit schnellen, spacigen Keyboard-Einlagen unterlegt, die das Material schneller und härter wirken lassen. Als Kontrastprogramm sozusagen kommt dann auch noch die wunderbare Stimme von Goran Edman ins Spiel, der unter anderem schon für YNGWIE MALMSTEEN am Mikro stand. Seine etwas raue Stimme holt aus den tollen Songs noch den letzten Rest an Qualität heraus. Er hält das gesamte Material im melodischen Bereich und verhindert die schon oben erwähnte Gefahr des endlosen Gefrickels. Songs wie "Tweedledum And Tweedledee" (zugegeben komischer Titel!), der Titeltrack "Ground Zero" oder das getragene, eher ruhige "Marthas Song", das ein geniales Solo im Mittelteil aufweist, können von vorne bis hinten überzeugen und beweisen, dass es immer noch möglich ist, grandiose Progressive-Alben zu veröffentlichen.

"Ground Zero" ist ein durchwegs überzeugendes Album ohne jegliche Längen oder Lückenfüller. Die elf Songs gehen sofort ins Ohr und man merkt, dass die Band ihr ganzes Herzblut in die Sache gesteckt haben. Die Melodien sind liebevoll abwechslungsreich und, wie gesagt, vor allem der Gesang des Herrn Edman macht aus dieser Platte etwas ganz Besonderes. Zusätzlich noch das genial gestaltete Frontcover und eine vollgepackte Spielzeit, machen aus "Ground Zero" den Progressive-Tipp des Monats, keine Frage!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: mat (12.06.2009)

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