Impellitteri - Wicked Maiden

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VÖ: 24.04.2009
Bandinfo: IMPELLITTERI
Genre: Metal
Label: Metal Heaven
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Lineup  |  Trackliste

Im Metal gibt es bekanntlich gute Gitarristen wie Sand am Meer. Doch von diesen guten Gitarristen gehen nur wenige so weit, eine Band um sich zu scharen und ihr den eigenen Namen zu verpassen. Diese Gitarrenhelden sind zumeist in Japan der große Renner, können sich in Europa aber nur bedingt durchsetzen. Einer jener Herren ist Chris Impellitteri, der den üblichen Weg eines solchen Gitarrengottes geht: Er holt sich einen bekannten Sänger ins Boot (in diesem Fall den Tausendsassa Rob Rock) und bleibt seiner eigenen Linie zu beinahe 100% treu.

Als dann mit “Wicked Maiden“ der Opener und Titeltrack ertönt, war ich durchaus überrascht von der Unverbrauchtheit des Tracks und der strikten Orientierung am klassischen Metal. Dieser Song kommt zwar nicht ohne Klischees und aufdringlicher Eingängigkeit aus, doch sind diese Komponenten für die Fans von IMPELLITTERI ja genau das, was sie hören wollen! Mit “Last of a Dying Breed“ folgt der nächste Ohrwurm, bei dem Chris Impellitteri trotz aller Künste erstaunlich songdienlich agiert. Doch um eines vorweg zu nehmen: Der Rest des Albums kann das Niveau der ersten Tracks nur bedingt halten! Während sich zwar noch einige Melodic Metal Perlen darauf befinden (das apokalyptische “The Vision“ mit seinem schizophrenen Touch und “Garden of Eden“ zählen zur Riege dieser „Perlen“), liefert uns IMPELLITTERI bisweilen auch langweilige Durchschnittsware. Songs wie “Holyman“ oder “High School Revolution“ sind eben nicht im positiven Sinne „retro“, sondern altbacken und unoriginell.

Somit bleibt eine zwiespältige Erkenntnis, die ich mit folgenden Punkten zusammenfassen möchte:
a.) Gegenwärtig wird man von Platten mit Mr. Rock quasi überschwemmt. Der Mann kann definitiv singen, doch klingen all jene Werke zwangsläufig ähnlich. Wäre nicht doch manchmal „weniger mehr“?
b.) Warum braucht man drei Jahre für ein Album, bei dem knapp die Hälfte der Songs allemal Durchschnitt ist? Die anderen Tracks zeigen ja deutlich auf, dass Chris Impellitteri nichts von seinen Songwritingkünsten verlernt hat!
c.) Und müssen die Texte eigentlich immer explizit christlich geprägt sein? Die eine oder andere biblische Metapher sollte man tolerieren. Doch mit einer solchen Überstrapazierung dieser Chose kann man sich selbst leicht in die Belanglosigkeit katapultieren…
d.) Bei all dieser Kritik folgt auch eine positive Erkenntnis: Im Gegensatz zu manch einer Gitarrendiva spielt sich Mr. Impellitteri nämlich nicht dauernd in den Vordergrund und zeigt sein fabelhaftes Können immer dann, wenn es der Song erfordert.
Demnach bleibt “Wicked Maiden“ ein Album mit guten Momenten, das aber nicht auf der ganzen Linie überzeugen kann. Manchmal wäre es eben doch angebracht, die straffe Songstruktur Intro-Strophe-Refrain-Strophe-Lead-Refrain zu durchbrechen! Dennoch hat man es bei IMPELLITTERI mit Könnern zu tun, die den Fans des melodischen Metal so manches musikalische Kleinod bieten können!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: El Greco (08.06.2009)

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