RAM - Lightbringer

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VÖ: 19.06.2009
Bandinfo: RAM
Genre: Heavy Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Ob der Bandname RAM als Abkürzung für etwas steht oder ob sich dahinter ein tieferer Sinn verbirgt, konnte ich nicht herausbekommen. RAM sind eine schwedische Heavy/True Metal-Band, die 1999 gegründet wurde und aktuell mit "Lightbringer" das zweite Album herausbringt.

Der Vorgänger "Forced Entry" von 2005 wurde von vielen als das "beste JUDAS-PRIEST-Werk seit langem" bezeichnet. Auch 2009 ist der Haupteinfluss bei den Schweden noch klar zu vernehmen. Doch haben auch sie ihren Sound etwas variiert, so dass auch getragene und epischere Abschnitte oder auch sehr kraftvolle Parts den Weg auf "Lightbringer" fanden. In der Machart erinnert mich "Lightbringer" an das kürzlich erschienene "Razorhead" von MARSHALL LAW, das auch einen klugen Kompromiss zwischen der NWoBHM und modernerem Sound beinhaltete und mit einer Prise Old-School-Thrash noch einen Ticken mehr Dynamik bekam.

So ist auch "Lightbringer": schön druckvoll, mit faszinierenden zweistimmigen Leads und sorgsam erarbeiteten Höhepunkten. Was zu einem wirklichen Klasse-Album aber fehlt, sind Kompositionen, die sich nachhaltig in des Hörers Empfinden einbrennen. Man kann das Werk gut anhören und es eignet sich durch seine unnachlässige Power hervorragend zum Headbangen, doch fehlen einfach die ganz großen, einprägsamen Momente. Eine Ausnahme bildet das Highlight der Scheibe, der vielschichtig-epische Long-Track "Suomussalmi (The Few Of Iron)". Hier haben RAM eine True-Metal-Hymne komponiert, wie sie MANOWAR schon länger nicht mehr hinbekommen haben. Doch abgesehen davon saust der Großteil des Albums wuchtig, aber ohne langanhaltende Eindrücke am Ohr vorbei.

Die instrumentelle Leistung ist in Ordnung. Die Rhythmustruppe entwickelt permanent sehr viel Druck und Power, und die Gitarren duellieren sich noch immer nach bester PRIEST-Manier. Der Gesang von Carlquist ist durchaus gewöhnungsbedürftig, besonders seine häufigen Ausflüge in die Höhen sind sicherlich nicht jedermanns Sache, zumal er einem Rob Halford oder Ripper Owens dort nicht das Wasser reichen kann. Das Songwriting spielt sich leider nur im Durchschnitt ab. Da müsste mehr drin sein, damit sich RAM in die erste Liga des Genres spielen können. Es fehlen Überraschungen und eine kompositorische Konstanz. Letztendlich wird sich "Lightbringer" gegen etliche bessere Veröffentlichungen der letzten Monate wohl nicht behaupten können.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Django (18.06.2009)

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