Killswitch Engage - Killswitch Engage

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VÖ: 26.06.2009
Bandinfo: Killswitch Engage
Genre: Metalcore
Label: Roadrunner Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Wieder einmal radikale Stil Korrektur im Hause KSE. Wo „As Daylight Dies“ mit Vertracktheit, einen Riffwechsel nach dem Anderen und einer gewissen Progressivität geglänzt hat, macht das mittlerweile zweite selbst betitelte Album der Bandgeschichte eine nahezu 180° Kehrtwendung. Eingängigkeit ist (wieder) angesagt, die harschen Vocals treten gleich mehrere Schritte in den Hintergrund, was dann auch den unumstrittenen Star dieses Longplayers zu Tage fördert: Howard Jones, seines Zeichens Sangesbarde von KILLSWITCH ENGAGE, begeistert über Komplettdistanz mit seinem Kraftvocals, legt eine Gefühlsspur nach der Anderen in die melancholischen Parts und lässt seine Kollegen an den Instrumenten wie bloße Statisten im Regen stehen.

Was hier nach dem ersten oberflächlichen Hineinschnuppern nach perfider Standardkost zu tönen scheint, entwickelt sich von Umlauf zu Umlauf zu einem Eingängigkeitsmonster, welches schwerlich aus den Ohren zu verbannen ist. Sicher, hie und da blinzelt die Räudigkeit der Vorgängerwerke durch, „The Forgotten“, oder das zeitweise Getrümmer in „Reckoning“ bieten nach wie vor die bekannte Melange an Göteborger Meldo Death Kost und sämtlichen Ingredienzien des Metalcores, aber KSE sind 2009 stetig darauf bedacht die Melodien und Jones fantastische Stimme in den Vordergrund zu drücken, und der dunkelhäutige Sänger dankt es seiner Bande mit einer Bravour Leistung, die ihn eindeutig als den Metalcore Sänger der Neuzeit (besonders was den Klargesang betrifft!) empor hievt.

Besonders intensiv die Darbietung von Jones im fantastischen „The Return“, mit tiefem Sprechgesang, einer Melodieführung zum Niederknien und lediglich minimalistischen Wutausbrüchen, die diesem Track aber gerade die entscheidende Note verpassen. Auch das Auf und Ab in „Take Me Away“ sollte erwähnt werden, gelebte düstere Verzweiflung wird mit kräftigen, auf den Punkt kommenden Parts vermischt. Zwar driften mir die Herren aus Massachusetts manchmal gar zu viel in die – sagen wir - Emotionsschiene ab (im Refrain von „I Would Do Anything“ zum Beispiel), Beinbruch ist das auf Komplettdistanz jetzt aber keiner…

Kurzweilig gute, wirklich gute Unterhaltung die KSE da auf ihrem neuen Album bieten. Die paar Schönheitsfehler mal ausgeklammert eine erneute Klasseleistung der Band, die ihren Rückschritt eindeutig als einen großen Schritt vorwärts verbuchen kann.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Reini (02.07.2009)

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