Gwar - Lust In Space

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VÖ: 21.08.2009
Bandinfo: GWAR
Genre: Heavy Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Die Zombie-Rocker sind zurück! Die weltberühmte Sci-Fi Combo aus Virginia liefert uns nach dreijähriger Schaffenspause den insgesamt elften Studiorundling und zockt natürlich die altbekannte Mixtur aus Thrash/Heavy Metal, Hardcore, Punk und Shock Rock. Das Line-Up ist grundsätzlich stabil geblieben, nur Bassist Casey Orr ist wieder zurück gekehrt, ersetzt Todd Evans und schwingt sich in das „Beefcake The Mighty“ Kostüm. Unterschrieben hat das Horror-Quintett mittlerweile bei AFM Records und lässt „Lust In Space“ auch von Metal Blade vertreiben.

Der eröffnende Titeltrack ist mit über sechs Minuten Spieldauer nicht nur der längste Song des Albums, sondern gibt auch gleich Richtlinie und Tempo des 11-Trackers vor. Das Hauptaugenmerk der Kostümierten wird ja schon seit längerem auf den Thrash gelegt, dieser Linie bleibt man auch anno 2009 treu. Überraschend wirken vor allem die Moshparts im Mittelteil, die schon fast als aktuelle Trendanbiederung gesehen werden können. „Let Us Slay“ thrasht dann alles in Grund und Boden. Flattus Maximus und Balsac The Jaws Of Death lassen unzählige schnittige Riffs auf die Köpfe der Banger hageln und werden live damit wieder unzählige Genickbrüche verantworten müssen. „Damnation Under God“ verirrt sich dann mehr in den Heavy Metal Bereich, feuert aber ungehindert brutale Gewehrsalven ab. „The UberKlaw“ beginnt rockend, steigert sich mit Fortdauer in SLAYEReske Gefilde und überrascht mit gut getimtem Sprechgesang. „Lords And Masters“ zieht ordentlich an der Geschwindigkeitsschraube und erinnert instrumental an alte METALLICA. Das klischeetriefende „Metal Metal Land“ ist ein derber Heavy-Rocker der Sonderklasse, zieht ehrfürchtig den Hut vor den unsterblichen MISFITS und wartet mit Horror-punkigen Shouts auf.

„The Price Of Peace“ begibt sich wieder zurück zum Thrash. Die immer nachvollziehbaren und fetten Riffsalven, die vom punktgenauen Drumming Jizmak Da Gusha’s hinterlegt werden, können Bands vom Schlage WARBRINGER oder GAMA BOMB als Blaupausen dienen. Vocalist Oderus Urungus keift fies und deckt stimmlich die Bereiche Metal/Hardcore/Punk perfekt ab. „Where Is Zog“ ist der erste richtige Filler, der nicht sofort zündet und in den weiten Ebenen des musikalischen Durchschnitts stecken bleibt. „Make A Child Cry“ macht mit einsetzendem Babygeheul seinem Namen alle Ehre und erweist sich als weitere Highspeed-Granate, welcher aber gegen Ende hin die Luft ausgeht. Mit „Release The Flies“ wird aber gleich darauf ein absoluter Banger nachgeworfen, der die umwerfende Rhythmus-Gitarre in den Vordergrund rückt. GWAR präsentieren einen absoluten Heavy-Brecher der qualitativ wieder in die Sphären der ersten Albumhälfte rückt. Abgeschlossen wird das gute Teil mit dem leicht vertrackten „Parting Shot“, das in seiner trägen Machart leider keinen würdigen Closer abgibt.

GWAR besinnen sich schon seit einigen Jahren auf ihre Stärken und rocken auch mit „Lust In Space“ zwanglos und bierselig durch den Metalgarten. Dass die Blut-, Sperma- und Urinfetischisten keine Diskussionen über die politische Weltlage führen wollen, ist dem geneigten Hörer bewusst und so bekommt man wieder die volle Breitseite an humoristischer Thrash-Affinität geliefert. Ob der völlige Wandel zum Thrash-Metal zusagt, muss jeder selbst beurteilen. Eine kurzweilige und straight rockende Scheibe der fünf Monster hämmert aber allemal aus den Speakern. Zwei Daumen nach oben – GWAR sind eine der wenigen Bands, die hochgestreckte Pommesgabeln und den Bierkonsum fördern. Metal für Metaller eben!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (11.08.2009)

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