The Stone - Umro

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VÖ: 22.04.2009
Bandinfo: The Stone
Genre: Black Metal
Label: Folter Records
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Lineup  |  Trackliste

Serbien ist nun nicht unbedingt bekannt für seine vitale Metalszene. Doch einige Urgesteine dieser Szene schaffen es nun langsam doch, sich etwas an das metallische Mitteleuropa ranzutasten. Dazu gehören natürlich auch die serbischen Schwarzmetaller von THE STONE, die inzwischen bei “Folter Records“ untergekommen sind und uns nun mit ihrem neuesten Output „Umro“ verzücken. Interessant ist die Sache schon alleine deshalb, weil die Herren in ihrer Muttersprache „singen“ und zudem über zwei Sänger verfügen. Allerdings wird die Freude etwas dadurch getrübt, dass die beiden Frontkreischer annähernd gleich klingen.

Bereits der Opener und Titeltrack bietet typisches Black Metal Riffing in Verbindung mit schnellem Drumming. Was nun alltäglich klingt, ist eben auch genau dies: Unterhaltsam ist das zwar alles, doch von Originalität scheinen die düsteren Herren noch wenig gehört zu haben. Ähnliches gilt für den zweiten Song „Zlo Je Uvek Korak Ispred“, der sich als prüder Durchschnittssong entpuppt. Glücklicherweise verkommt „Umro“ aber nicht zum tristen Langeweiler. Mit den beiden folgenden Songs „Krvav Ceo Nigd Nijedne Rane“ (starke Atmosphäre, gute Riffs!) und „Prst Na Obaracu“ mit seinem prägnanten, eingängigen, aber nicht zu melodischen Gitarrenspiel spielen THE STONE ihre Klasse aus und strafen mich temporär Lügen: Anstatt Durchschnittsware abzuliefern, glänzen die Serben nun plötzlich mit zwei epischen Stücken, deren kreierte Atmosphäre als hochklassig zu bezeichnen ist. Leider können sie dieses Niveau in weiterer Folge nicht ganz halten. Und dennoch bleibt „Umro“ keineswegs schlecht. Das Problem an der Sache ist lediglich, dass THE STONE sich in besonders schwierige Gefilde wagen: Anstatt im mardukschen Sinne alles niederzuprügeln und dementsprechend leicht voran zu kommen, schreiben THE STONE epische Songs, die ein besonderes Geschick für jene komplexen Songstrukturen voraussetzen. Dieses Geschick ist bisweilen vorhanden, aber eben noch nicht zur Gänze ausgereift.
Man muss der Band aber zudem bescheinigen, dass sie sich nicht selber wiederholen will: So fallen z.B. das orchestrale quasi-Instrumental „... U Smrti“ (Filmemacher des Horrorgenres sollten ein Ohr riskieren!) oder das vielschichtige „Kralj Je Umro“ mit seinen bisweilen beinahe doomigen Zwischenteilen stark aus der Reihe.

Somit bleibt „Umro“ ein ganz gutes Album, das aber durchaus noch einiges an Verbesserungspotenzial zum Vorschein bringt. Die beiden Sänger klingen zu ähnlich, um diesen Vorteil nutzen zu können und das Songwriting überzeugt noch nicht zu 100%. Trotzdem offenbaren THE STONE einiges an Können, was vor allem die Gitarrenfraktion anbelangt. Die beiden Gitarristen spielen in der obersten Klasse der Black Metal Liga mit, was weniger am technischen Können als am Gespür für gute Riffs und (leider etwas rar gesäte) Leads liegt. Das musikalische Können ist demnach vorhanden. Wenn sich THE STONE in Zukunft auf ihr Können verlassen und manch unnütze Idee über Bord werfen, dann gibt es noch einiges an Potenzial zu entdecken.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: El Greco (07.08.2009)

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