Celtic Frost - Monotheist

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VÖ: 26.05.2006
Bandinfo: CELTIC FROST
Genre: Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Zu lange waren sie weg, die Schweizer: ganze 14 Jahre sind ins Land gezogen, die Vorproduktionsphase von „Monotheist“ dauerte noch einmal fünf, aber spätestens beim bewusst gewählten Opener „Progeny“, der mit den unvergleichlichen, verzerrten Gitarren und Tom’s schon legendärem „Uhhhhhhhhhhh“ startet, hat sich all das Warten, das Spekulieren, das Hoffen und Bangen definitiv ausgezahlt.

CF sind back und ich nehm’s gleich mal vorweg, diese CD ist jetzt schon meine Platte des Jahres (ja fallt nur her über mich, aber ich werd’s aushalten und daher bleib ich dabei!), obwohl ich anmerken möchte, dass „Morbid Tales“ Fanatiker wahrscheinlich höchstens mit dem Opener und vielleicht noch mit "Ain Elohim" ins Reine kommen werden. Im neuen Jahrtausend bieten uns die beiden Hauptprotagonisten Thomas Gabriel Fischer und Martin Eric Aim die kongeniale Adaptierung des CF-Sounds, portiert in eine modernere, eine neue Welt, zudem hat bei den Herren der richtig zähe, dicke und unbarmherzig fette Doom zu Hauf Einzug gehalten, der obendrein durch die schon von früheren Veröffentlichungen sattsam bekannten avantgardistischen Einflüsse verfeinert wird.

Das psychedelische „Obscured“ (mit Sabine Vollenweider on Backing Vocals) passt hier ebenso in das Gesamtkonzept, wie die beiden anderen Female Voice unterstützten Beiträge - „Drown In Ashes“ mit der engelsgleichen, markanten Darbietung von Lisa Middelhauve (Xandria), sowie der durch die Schweizer Opernsängerin (Cornelia) verfeinerte Übersong „Os Abysmi Vel Daath“ (bedrohlich, düster, trocken und zäh, aber mit einem Refrain, der sich ohne Umwege festfrisst!!). Generell kann man sagen, dass „Monotheist“ als eine akribisch entwickelte Einheit betrachtet werden muss, hier passt quasi jede Kleinigkeit, hier fügt sich der old-school gehaltene, mit reichlich „Uhhhhhhhhs“ versehen, Arschtreter „Domain Of Decay“ ebenso nahtlos ein, wie das eher flott beginnende (Doublebassdrum olé!) „Ain Elohim“. Und dann ist da noch das majestätische, das massiv intensive, dabei aber auch minimalistisch gehaltene Epos namens „Synagoga Satanae“, sicher das aufregendste Stück Musikgut, welches die Frostler je veröffentlicht haben. Umsponnen ist diese, als „Triptych“ betitelte, Trilogie von „Totengott“ einem Psychoausflug par excellence und dem abschließenden dritten Teil des Requiems, „Winter“ genannt. Kernstück ist und bleibt aber das von Martin liebevoll „Synagoga“ genannte Mammutstück, was hier in über 14 Minuten an Psychodoom vom Stapel gelassen wird, ist bedrohlich und beängstigend dabei aber irgendwie einzigartig und darüber hinaus schlichtweg atemberaubend. Allein die Adaptierung des „Vater Unsers“ (..Denn mein ist das Leid und die Wut und das Streben bis zum Tode .. Amen), mit verzerrter Stimme, von Dissonanzen unterlegt, erzeugt mehr Gänsehaut als jeder Horrorshocker. Bei aller Slowness, der die "Synagoga" von Anfang bis Ende so auszeichnet, selten hab ich einen Song gehört, der den Begriff Härte derart auffallend definiert hat wie dieser!

Was bleibt ist ein hellauf begeisterter Rezensent, der diese CD seit Wochen nicht mehr aus dem Player bekommt, ein Comeback, welches ich in dieser Form nie und nimmer erwartet hätte und alles weitere über CF könnt ihr im großen Interview mit Martin Eric Aim nachlesen.

UUUUUUUUUUUHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Reini (18.05.2006)

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