Kiss - Kissology Volume One: 1974–1977

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VÖ: 22.05.2009
Bandinfo: KISS
Genre: (nicht klassifizierbar)
Label: Eagle Rock Entertainment
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Lineup  |  Trackliste

Shout it out loud! Ja genau, denn es war wirklich schon allerhöchste Eisenbahn, daß die "Kissology" (Untertitel: "The Ultimative Kiss Collection") endlich auch in unseren Breitengraden offiziell erhältlich ist. Nicht, daß es darauf überraschendes oder gar sensationelles zu bewundern gäbe. Nein, aber den geradezu kometenhaften Aufstieg der ganz und gar unangepassten New Yorker Jungs Paul (Stanley), Gene (Simmons), Ace (Frehley) und Peter (Criss) nochmal aus nächster Nähe (praktisch erste Reihe fußfrei) miterleben zu dürfen ist Geschichtsunterricht und Volksfest unisono.

Den Beginn macht ein Song namens "Acrobat", aufgenommen im Februar 1974. Daß es der Song niemals auf eine reguläre Veröffentlichung geschafft hat, ist kein Drama. Umso interessanter, daß bereits in dieser frühen Phase selbstbewusste Gesten und Bewegungen zu erkennen sind, die KISS bis heute beibehalten haben. Einzig die Schminke hat sich inzwischen deutlich verbessert und verrinnt nicht bereits beim dritten Song bis zur Unkenntlichkeit. Welch bizzare Erscheinung KISS zu dieser Zeit waren, beweist der Ausschnitt eines Interviews des in voller Maskerade auftretenden Gene Simmons bei der "Mike Douglas Show" vom April 1974. Kurz aber schwer kultverdächtig! Es folgen weitere Konzertmitschnitte aus den Jahren 1974, 75 und 76, die zwar teilweise in schwarz/weiss und in erbärmlicher Qualität ausgestrahlt werden, was zwar angesichts des Alters der Aufnahmen immer noch beachtlich ist, jedoch hat man von eben diesen Aufnahmen auch schon bessere Versionen gesehen. Besonders der Komplettmitschnitt des Auftritts in der Cobo Arena, Detroit vom 26. Jänner 1976 ist schwer sehenswert - nicht nur weil KISS hier Heimvorteil haben. Enorm, welche Show die Band in dieser Frühphase bereits auf die Bretter gebracht hat! Ein echter Höhepunkt ist die Doku aus Michigan: die vier Helden fallen in Cadillac ein und "kissisieren" die ganze Stadt, bis selbst der Stadtrat geschminkt auftritt. Schlußendlich bekommen KISS sogar den goldenen Schlüssel der Stadt verliehen.

Disc 2 startet mit einer Sendung namens "So it goes", die seinerzeit vom britischen Fernsehen produziert und ausgestrahlt wurde. Es folgen zwei Komplettmitschnitte (Budokan, Tokyo vom April 1977 und The Summit, Houston vom September des selben Jahres), die eindrucksvoll dokumentieren, wie sich KISS in Sachen Perfektion weiter steigern. Da man unterm Strich ständig die gleichen Songs, dargebracht bei unterschiedlichen Anlässen, zu hören bekommt, lässt sich genau diese Steigerung auf beeindruckende Weise nachvollziehen.

Beide Discs beinhalten (natürlich!) Easter Eggs, die nicht allzuschwer zu finden sind. Beonders beachtlich ist jenes auf Disc 1, wo es einen Publikumsmitschnitt von 1973(!) zu bestaunen gibt. Qualitativ ist die Aufnahme natürlich ein ziemlicher Käse, dennoch wurde hier ein echtes Kleinod ausgegraben. Vergleichsweise harmlos das Easter Egg auf Disc 2, wo ein verwackeltes Privatvideo von Ace Freshleys Hochzeitsparty zu sehen ist.

"Kissology 1" wird mit drei unterschiedlichen Bonusdiscs ausgeliefert - ein Schelm, wer der Geldmaschine KISS dabei wohldurchdachtes Management unterstellt...

Daß dieses Boxset, ebenso wie die weiteren Folgen, für jeden KISS Fan unverzichtbar ist, steht ausser Frage. Qualitativ ist das Material zwar streckenweise alles andere als eine Offenbarung, jedoch sorgt vielleicht gerade dieses kleine Manko für eine gewisse Bodenständigkeit - ja beinahe schon Intimität, die man von den Perfektionisten KISS nicht unbedingt gewohnt ist. Unterm Strich die nackten Tatsachen: vier komplette Konzertmitschnitte, sechs Stunden Laufzeit, die eine oder andere Rarität, qualitative Abstriche, aber dafür jede Menge Spaß!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: adl (12.08.2009)

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