Phoenix Effect - Cyanide Skies

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VÖ: 00.00.2009
Bandinfo: Phoenix Effect
Genre: Rock
Label: Insomniac / Playground
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Fairytale gone Bad ? Nach seinem Abschied von den Chartbreakern Sunrise Avenue hauchte Guitarero Janne Kärkkäinen - nach kurzer Bedenkzeit - einer neuen Truppe Leben ein und streifte in nur wenigen Monaten (zumindest in der finnischen Heimat) erste Achtungserfolge ein. Ein Newcomer mit dem „Promi-Kleber“ am Cover tut sich halt nicht ganz soo schwer …

Nachdem „Cyanide Skies“ in finnischen Gewässern seit einem halben Jahr erhältlich ist, wandert die Plattenvermarktungsmaschinerie langsam, aber unaufhaltsam gen Süden - unkommerziell oder gar radiofeindlich sind weder Sound noch Songs ausgefallen und so dürfte die ein oder andere Einheit sicher ihren Weg in diverse Ikea-Regale finden: Einflüsse von Nickelback bzw. deren erfolgreichen Landsmänner Poets of the Fall und eine Prise Spätachtzigerhardrock finden sich im Erstling des Vierers zuhauf; damit kokettiert allein schon die erste Single „Broken Promise“ runde 4 Minuten . Rauf auf die Akustikklampfe, rein in den etwas schnoddrigen Refrain mit etwas mehr Elan – dazu gibt’s den notorischen Mitsingpart und infolge ein paar Fragezeichen.. Sind wir hier noch in fuckin´ Finnland oder schon in seichten Amigewässern ? Na aber hallo … das Teil geht trotzdem gut in die Gehörgänge, auch wenn der Schmalz schon teilweise am anderen Ende wieder rauskommt.

Noch eine Prise melodischer, dafür mit etwas landeseigener Melancholie gut gewürzt macht sich „A Perfectly Good Day“ im heimischen Wohnzimmer breit. Obwohl hier noch weitaus mehr auf Sicherheit im Rockverkehr geschaltet wurde gibt das Ding trotzdem mehr her als der etwas uninspirierte Opener - und ab sofort läuft „Cyanide Skies“ immer runder. Die Härteskala wird zwar meist nur am unteren Ende gekitzelt, trotzdem gibt’s bei Tränendrückern wie „Carry Me“ oder dem sachten Abschluss namens "Magic“ nur wenig zu bekritteln. Guter, überdurchschnittlicher (Akustik)Rock wie man ihn seit Jahren aus dem Amiland kennt und vielleicht auch liebt … lediglich der eigenwillige Touch im Gesang und die etwas ungelenken Verbeugungen vor den Achtzigern lenken von der vorgefertigten Illusion ab, hier mal wieder einer dreisten Kopie von Chad Krueger & Konsorten zu lauschen. Peinlichstes Hörbeispiel: „Hey You“ – hier werden nonchalanter Hardrock und Bubblegum-Collegerock zu einem dreieinhalb-Minuten-Vehikel tiefergelegt, das man nur so mit den Ohren schlackert. Meinen die das jetzt etwas Ernst ?
Zum Glück finden solche Entgleisungen nur wenig Platz im Programm – und unmittelbar danach wird dieser Fehltritt auch schon flugs wieder ausgebessert : „Lucky Star“ ist nicht nur ein Anspieltipp, sondern auch das perfekte Beispiel wie eng Sieg und Niederlage beinander liegen - auch wenn die Mittel wohl die Gleichen sind, beherrscht ausnahmslos der Song und nicht das Kalkül die stimmige Atmosphäre. Und wers danach etwas rockiger mag , darf bei „King See No Evil“ mal sein Glück versuchen …

Versiertheit vs. Abgebrühtheit, Elegische Rocker vs. Chartstrümmerl - das Erstlingsteil der jungen Bande ist in jedem Fall ein zweischneidiges Schwert: einerseits (noch) nicht gut genug um auf Anhieb im Haifischbecken der großen Jungs mitzuschwimmen, andererseits aber auch kein Fall für den „Nice Price“-Sticker um anschließend herrenlos im Regal zu versauern.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: PMH (19.08.2009)

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