Hearse - Single Ticket to Paradise

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VÖ: 00.06.2009
Bandinfo: Hearse
Genre: Death´n´Roll
Label: Vic Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Nicht wenige junge Metalfans wurden von Melo-Deathern wie ARCH ENEMY an das Genre herangeführt. Doch jeder, der sich diese Band etwas genauer zu Gemüte geführt hat, wird schon lange draufgekommen sein, dass die gute Angela Gossow in den Frühzeiten der Band nicht zu eben jener zählte. Stattdessen lieh Johann Liiva den „Erzfeinden“ sein zartes Stimmchen, wofür ihn bis heute viele Fans der Band vergöttern.
Was an einigen spurlos vorbei gegangen sein wird, ist die rege Aktivität seiner heutigen Band HEARSE. Inzwischen erscheint bereits deren fünftes Album namens “Single Ticket to Paradise“, das nun ganz offiziell als “Death ‚n’ Roll“-Album verkauft wird.

Trendnachtigall, ich hör dir trapsen? Ganz so schlimm ist es nicht, denn obwohl sich HEARSE schrittweise etwas vom Death Metal wegbewegen und sich eben auch mehr dem Rock öffnen, kann man diese Entwicklung durchaus noch als „natürlich“ bezeichnen. Zudem scheint es für HEARSE keine Genregrenzen zu geben, was sich bei einigen Tracks deutlich zeigt.
Doch dieser löbliche Ansatz alleine macht noch kein gutes Album aus. Auf “Single Ticket to Paradise“ hört der geneigte Metalhead acht Songs + Intro, die sich nur bedingt miteinander vergleichen lassen. Das dank des melodischen Refrains etwas gar aufdringliche “Misanthropic Charades“ wird gefolgt von “Sundown“, das etwas nach Entombscher Ausschussware klingt. Danach folgt das gemächlich-rockende “The Moth“, welches von seinem starken Gitarrenspiel lebt und demnach durchaus gefallen kann. Als dann zwei Durchschnittstracks folgen, wähnt man sich bereits im Tal der Langeweile. Doch “The Ferocious Embrace“ zeigt uns, dass HEARSE sehr wohl wunderbare Songs schreiben können: Dieser Song gestaltet sich extrem vielfältig und überzeugt durch seine Originalität. Man schreckt sogar vor Flamenco-Anleihen nicht zurück und sorgt für eine faustdicke Überraschung. Leider bleibt es bei diesem sensationellen „Aufflackern“, da der Rest des Albums sich ebenfalls wieder dem Bereich des biederen Durchschnitts annähert.

Somit bleibt ein zwiespältiges Fazit, da ich hier nicht das Gefühl habe, dass HEARSE ihr Potenzial nützen. Die Gitarrenarbeit ist gut, die Produktion von Dan Swanö natürlich unverwechselbar, das grundsätzliche Bestreben etwas Eigenes zu erschaffen rechne ich der Band ebenfalls hoch an. Doch die Songs sind qualitativ einfach nicht konstant genug um mich in tödlich-rockende Verzückung zu versetzen. “Single Ticket to Paradise“ ist eine durchschnittliche Veröffentlichung einer Band, die eigentlich überdurchschnittliche Fähigkeiten haben sollte. Anspieltipps gibt’s trotzdem: “The Ferocious Embrace“ und ”The Moth“



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: El Greco (26.08.2009)

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