BONE GNAWER - Feast Of Flesh

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VÖ: 24.07.2009
Bandinfo: BONE GNAWER
Genre: Death Metal
Label: Pulverised Records
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Lineup  |  Trackliste

Es war einmal, anno ’84, ein junger, ambitionierter Musiker namens Chuck Schuldiner, der nach Wegen suchte, die Welt an den Abgründen seiner Seele teilhaben zu lassen – im Laufe seines kurzen Lebens sollte er die Metalszene revolutionieren und Patron eines ganzen Genres werden; doch seine Anfänge nahm Chuck’s Laufbahn in der Garage von Mrs. Schuldiner irgendwo auf Long Island. In diesem historischen Augenblick, als er mit der DEATH-Vorgängerband MANTAS die Demo „Death by Metal“ einspielt, war er nicht allein in Mama’s Garage. Rick Rozz und Kam Lee, damals der Rest von MANTAS, waren auch da, und was für Chuck später DEATH war, wurde für die beiden MASSACRE.

Irgendwann im Jahr 2008 beschließt genannter Kam Lee, dem Umstand der wieder erstarkenden Death Metal -Szene Rechung zu tragen und etwas Neues auszuprobieren - er stampft mit seinem Kumpel Rogga Johansson (PAGANIZER / DEMIURG / RIBSPREADER) die Band REVOLTING aus dem Boden. Nachdem man weitere Mitstreiter aus den Reihen von NAGLFAR und RIBSPREADER rekrutiert hatte, einigte man sich auf den Namen BONE GNAWER, und lud Mitte 2009 die versammelte Death Metal-Szene zum „Feast Of Flesh“.

Und da ist er nun, der Brocken – ein Album für Traditionalisten, die etwas „neues Altes“ suchen. Denn jeglicher neumodische Firlefanz, von getriggerten Drums bis hin zu diversen Core-Einflüssen, und Maßlosigkeiten in Richtung Geschwindigkeit oder Vokaleinsatz (z.B. á la HATE ETERNAL, oder auch NILE u.a.) existiert nicht beim Kannibalenfrühstück von BONE GNAWER. Trotzdem – und das sei hervorgehoben – ist das Album kein einfaches „neues Oldschool-Album“, sondern eine unheilige Ehe zwischen altgedientem Florida Death, mit Hooks, Brutalität und allem was dazugehört, und dem schwedischen Death Metal-Groove der frühen 90er – allerdings ohne die ausgeprägten Melodien, die später tonangebend wurden. OBITUARY trifft DISMEMBER, und sie tanzen. Und essen Menschen.

Im Gegensatz zu den damaligen Aufnahmen – jenen, die heute als „Oldschool-Death“ bezeichnet werden – klingt „Feast Of Flesh“ an keiner Stelle wie in einer Mülltonne produziert. Der Sound ist druckvoll, klar und trotzdem „warm“, organisch und wirkt niemals steril-technisch. Dass die Beteiligten Musiker von Anfang an Teil der Death Metal-Szene waren, erklärt vollkommen, wie sie heute mit Leichtigkeit ein authentisches Hybridmonster wie „Feast Of Flesh“ gebacken bekommen – wäre das Teil in den 80ern erschienen, wäre das gorige Cover (Headsplit Design) heute wahrscheinlich auf viele Kutten getackert.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: youthanazia (07.03.2010)

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