PESTILENTIAL SHADOWS - In Memoriam, Ill Omen

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VÖ: 18.09.2009
Bandinfo: PESTILENTIAL SHADOWS
Genre: Black Metal
Label: Pulverised Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die Schwarzwurzelszene am fünften Kontinent vergrößert sich stetig. Nach dem atmosphärisch großartigen Werk AUSTERE’s, liegt mir mit „In Memoriam, Ill Omen“ der wesentlich kompromissloseren PESTILENTIAL SHADOWS die nächste Vollbedienung vertonter Schwarzmetallkunst vor. Arbeitstechnisch hält das Quartett aus Hell Under mit diversen großen Idolen aus dem Referenzstaat Norwegen mit – sämtliche Bandmitglieder tummeln bzw. tummelten sich bei unzähligen Nebenprojekten, um die blutrote Fahne der vernichtenden Musikkunst hoch zu halten. NAZXUL, RIFT, AGAILIAREPT oder eben auch AUSTERE dienen als Beschäftigungszuwachs für die einzelnen Member. Zum fleißigen Üben haben die Jungs demnach genug Zeit aufgewendet.

Im verflixten siebten Jahr des unheiligen Bestehens knallen PESTILENTIAL SHADOWS nun die dritte Full-Length Scheibe unter dem Banner von Pulverised Records auf den Tisch. In unseren Breitengraden wird das gute Teil von Soulfood vertrieben und sollte den Recken die längst fällige Bekanntheitsgradsteigerung gewähren. Ganz auf den Spuren der der frühen 90er Jahre schreiten PESTILENTIAL SHADOWS durch die windigen Pfade der klirrenden Riffkunst. „Weapon Against The Sun“, erwartungsgemäß depressiv tituliert, gibt die Richtung des 8-Trackers schnörkellos vor: schnittig-eisige Gitarrenriffs der Herren Desolate und Zameth, blastreiches Geknüppel von Workaholic Sorrow und aggressiv-hohe Kreischer des australischen Underground-Heroen Balam vermengen sich zu einer ketzerischen Allianz drückender und bedrückender Klangcollagen.

Den Weg der Düsternis verlassen PESTILENTIAL SHADOWS nur in den seltensten Fällen. Die einzelnen Kompositionen wirken überraschend homogen, besitzen meist die richtige Länge, um den Fadheitsfaktor zu umgehen und ziehen den Hörer in die eigenkreierte Welt des demonstrativen Untergangs. Balam’s schmerzverzerrte Vokaldarbietung lässt keine Kritik aufkommen, der Finsterbarde geht im schleppenden Sound seiner Mitstreiter voll auf. Man bleibt meist im gemächlichen Mid-Tempo Bereich, kann aber gerade dadurch diese wuchtige Atmosphäre aufrecht halten. Man treibt den Geschwindigkeitspegel schon auch höher, hat beim absoluten Albumkracher „Of Loss And Suffering Inherit“ unheimlich viel Melodieverständnis, lässt sich niemals in fix vorgefertigte Schienen pressen. Der Song dreht sich dermaßen eindringlich in Trommelfellbereiche, sodass man sein drohendes Ende auf unbestimmte Zeit hinauszuschieben wünscht. Auch Akustik- und Keyboardelemente werden behutsam eingestreut, die klaren Anführer der Combo sind aber Vokalist Balam und Fellgerber Sorrow die mit viel Hingabe die tragenden Säulen der Truppe sind.

Es ist mir unverständlich, wie man auf dem sonnenbedeckten Hitzekontinent dermaßen finsteren Black Metal zocken kann. Der beständig hohe Qualitätslevel der dort ansässigen Schwarzheimertruppen wird auch von PESTILENTIAL SHADOWS bestätigt. Fans alter MAYHEM oder mittlerer DARKTHRONE sollten ebenso zufrieden sein, wie Anhänger melodiöserer Genrevertreter wie etwa KVIST. Fast schon erschreckend, wie mühelos und großartig Black Metal außerhalb Skandinaviens gemacht werden kann. Wenn man die hohe Qualität jetzt auch noch die gesamte Spielzeit rüberbringt und die eigenen Ideen Oberhand gewinnen, spielen die Corpsepaint-Koalas bald in der ersten Liga! Anspieltipps: „Of Loss And Suffering Inherit“, „Beautiful Demise“ und „For Man And Heaven’s Ruin“.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (08.09.2009)

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