Equal Vector - Aspectations

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VÖ: 00.00.2009
Bandinfo: Equal Vector
Genre: Progressive Metal
Label: Steel Gallery Records
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Lineup  |  Trackliste

Die Bedeutung des Artworks wird von vielen Metalheads nach wie vor unterschätzt. Ein Beweis dafür ist die visuelle Gestaltung von EQUAL VECTOR’s “Aspectations“. Auf den ersten Blick weiß man, welches Genre die fünf hellenischen Musiker bedienen: Richtig, Prog Metal!
Einen anderen Schluss lässt diese dezent künstlerisch-philosophische Gestaltung des Artworks (der abgebildete “boy in the wasteland“ lässt eine Vielzahl an metaphorischen Deutungen zu) gar nicht erst aufkommen.

Doch bevor ich mich nun an die Rezension an sich wage, möchte ich den Lesern dieser Zeilen meinen Weg zu dieser Veröffentlichung nicht vorenthalten. Schließlich passiert es nicht jeden Tag, dass man auf der schönen Insel Samos vom Besitzer eines Souvenirshops (hierbei handelt es sich um den Sänger der Band namens Leonidas Hatzimihalis) angesprochen wird. Zugegeben, ein einschlägiges Bandshirt und die Haarpracht des Rezensenten lassen auch im Urlaub auf eine subkulturelle Zugehörigkeit schließen. Doch nicht immer ergibt sich aus dieser Erkenntnis ein nettes Gespräch, das mit einer erhaltenen CD endet.
Natürlich begibt man sich damit auch in die Rezensenten-Vorhölle, da persönliche Sympathie nie über die Objektivität siegen sollte. Aus diesem Grund stieg die Nervosität vor dem ersten „Hördurchgang“. Doch eines nehm ich mal vorweg: “Aspectations“ ist ein Album, für das man den netten Griechen und seine Band keineswegs rügen muss. Glück gehabt!

EQUAL VECTOR stehen eindeutig auf Bands wie FATES WARNING, DREAM THEATER und auch SYMPHONY X und co.: Ja, hier regiert eindeutig der Prog, doch bleibt die Musik der Band nachvollziehbar. Dies soll nun nicht bedeuten, dass das Album leicht verdaulich ist, da alle Songs doch einige Durchläufe benötigen, bis sie zünden. Nach dem obligatorischen Intro beginnt die progressive Feuersalve mit dem für ein 8-Minuten-Epos erstaunlich kurzweiligen “Forever and a Day“, das vor allem von den dominanten Keyboards und dem abwechslungsreichen Gesang lebt. Bei dem darauf folgenden “Effigy (Standing Still)“ halten sich die Instrumente für progressive Verhältnisse überraschend zurück, wenngleich sich das eine oder andere Solo natürlich nicht vermeiden lässt. Doch dieser Song lebt von seinem Gesamtkontext, in dem einzelne Teile nicht zu sehr fokussiert werden sollten, um die Emotionalität des Songs nicht einzuschränken. Etwas klebriger wird es dann bei “Of What Is And Never Will“, wenngleich der Song trotz seiner einfacheren Struktur einige zu entdeckende Schichten offenbart. Als eines der Highlights entpuppt sich aber “Chronicles and a Presence“, das ein hohes Niveau offenbart. Dabei schwankt man laufend zwischen Prog und traditionellerem Metal (man lausche den Riffs). Während der Track zu Beginn durch die abwechslungsreichen Vocals geprägt wird, wird er in weiterer Folge sehr variabel und überrascht einen mit einer Vielzahl an Elementen, die von Jazz bis Metal zu reichen scheinen.
Danach kommt das folgende Instrumental gerade recht, bis mit “A State of Grace“ und der abschließenden Ballade “Transparency“ trotz aller Progressivität zwei recht eingängige Songs dieses abwechslungsreiche Album beenden.

Somit bleibt ein positiver Eindruck für Freunde des Prog Metal: Die Produktion ist für das vorhandene Budget gut, über die Qualität der musikalischen Leistung lässt sich ebenfalls nicht streiten. Vor allem Gitarrist Petros Politis erinnert nicht selten an den Saitenhexer des Traumtheaters, wenngleich er sich relativ selten in der Vordergrund fiedelt. Einzig und allein das Keyboard scheint partiell etwas zu präsent zu sein. Zudem fehlen vielleicht die wirklich überraschenden Momente, die ein sehr gutes Prog Metal Album zu einem Meilenstein machen. Dennoch bleibt ein mehr als positiver Eindruck: Eine intelligente Band, die ebensolche Musik macht sollte den Progjüngern schließlich zusagen!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (09.09.2009)

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