THE BLACK - Alongside Death

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VÖ: 18.09.2009
Bandinfo: THE BLACK
Genre: Black Metal
Label: Pulverised Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

„As True As It Gets“ – man kann wahrlich wenig dagegen sagen, wenn man den klischeehaften Bandnamen mit dem primitiven aber aussagekräftigen Covermotiv vermengt. Auf Personen umgemünzt, ergeben THE BLACK Drummer Make Pesonen (Ex-ETERNAL DARKNESS), Saitenzupfer Andreas Jonsson (VINTERLAND, TYRANT) und Kreischorgan D. Forn Bragman (TYRANT), welche traditionellen und kompromisslosen Black Metal zum Besten geben. Einen gewissen Kultstatus kann das Trio Infernale in der Schwarzwurzelszene fürwahr behaupten. In der Demozeit, Anfang der 90er Jahre, war ein Teenager namens Reitas, besser bekannt als DISSECTION-Legende Jon Nödtveidt, hauptamtlicher Shouter bei den Nordländern und verhalf der Combo nach dem kommerziellen Erfolg seiner Haupttruppe zu späten Ehren. Mit „The Priest Of Satan“ gab es vor 15 Jahren auch schon mal eine limitierte Full-Length, nach der sich THE BLACK aber in die ewigen Jagdgründe begaben.

Von den Singapurern Pulverised Records stark gehypt und mit der Rohheit der alten Tage behaftet, wagt das aktuelle Triumvirat ein mutiges aber durchaus gelungenes Comeback. Von symphonischen Elementen oder diffizilen Dissonanzen, wie es heute schon Gang und Gäbe ist, halten THE BLACK aber nur wenig. Hier bekommen die bepinselten Hobbypandabären Old School Black mit einer vorherrschenden und unübersehbaren Fuck-You-Attitüde geliefert. „On The Descent To Hell“ könnte mit seinen gut eineinhalb Minuten als Intro durchgehen, drückt aber dermaßen heftig auf die Tube, dass sich selbst die Staatsnachbarn von 1349 anerkennend verbeugen müssen. „Death’s Crown“ behält das Tempo nahtlos bei, Prügelknecht Pesonen hat augenscheinlich viel Erfahrung im Schwarzmetall-Sektor sammeln können, so durchdringend und staunenswert erscheinen seine Blastattacken. „A Contract Written In Ashes“ bietet die notwendige Ruhe vor dem erneut aufziehenden Sturm – eiskalt klirrende Mid-Tempo Riffs kombiniert mit Bragman’s Vokaldarbietung zwischen SATYRICON’s Satyr, IMMORTAL’s Abbath und seiner ganz persönlichen Krächz-Kante ergeben ein hymnenhaftes Metal-Fresko.

„Dead Seed“ bleibt in der vorgegebenen Richtung haften, lässt sich selbst und dem Hörer viel Zeit, um die Gesamtheit vollständig erfassen zu können. Black’n’Rollig wird es dann mit „Fleshless“. DARKTHRONE meets CARPATHIAN FOREST – THE BLACK lassen kein Klischee aus, um den eigenen Trueness-Faktor hoch zu halten. Das Albumhighlight servieren die Satanisten aus dem Tre Kronen Staat mit „Death Throes“. Fräsend und markdurchdringend rifft sich Meister Jonsson mit einem szenetypischen Riff durch die ausgetrockneten Felder der pestverseuchten Hölle, lässt mit einem gemächlichen Interloop die Hoffnung auf bessere Zeiten entstehen, nur, um mit einem kongenialen Potpourri aus instrumentaler Schwarzheimerkunst wieder Tod und Verderben über die Welt zu bringen. „The Wrath From Beneath“ dient als austauschbarer Lückenfüller und bereitet auf das titelspendende Finish „Alongside Death“ vor, das sich wiederum vorwiegend im Hochgeschwindigkeitssektor befindet, den zuvor bewiesenen Qualitätskriterien aber nicht standhalten kann.

Mit dem großen „Kult“ ist das (vor allem im Black Metal Bereich) immer so eine Sache zwischen wahrer Qualität und frühreif propagierter Lockmittel. Dies zu definieren fällt bei THE BLACK nicht leicht. Das altbekannte Name-Dropping wird sich mit Sicherheit positiv auf diverse Verkaufsstatistiken ausschlagen, die Jungs schaffen es aber auch mühelos den frühen Black Metal Fanatiker zufrieden zu stellen. Es bleibt alles im rauen und primitiven Bereich, diesen wissen THE BLACK aber bravourös zu meistern. Bei der ohnehin knapp bemessenen Spielzeit von einer halben Stunde, hätte man sich aber auch mehr Killer und etwas weniger Filler erwarten können. Trotz alledem ein anständiges Comeback, mit dem sich THE BLACK erhobenen Hauptes der Konkurrenz stellen können.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (11.09.2009)

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