The Few Against Many - Sot

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VÖ: 18.09.2009
Bandinfo: The Few Against Many
Genre: Metal
Label: Pulverised Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Der bei den kommerziell in ungeahnten Höhen schwebenden Melodic Deathern SCAR SYMMETRY geschasste Brüllhals Christian Älvestam benötigte durch diesen Umstand unbedingt eine neue Spielwiese und hat sich mit diversen Szenebekanntheiten flugs eine Combo namens THE FEW AGAINST MANY zurechtgezimmert. Gerüchteweise wollte Älvestam nur dem großen Hype entschwinden und sich weiterhin im schwedischen Underground verbarrikadieren. Unterstützung findet er in den Personen von Pär Johansson (SATARIEL), Patrik Gardberg (TORCHBEARER), Jani Stefanovic (MISERATION) und Anders Edlund (INCAPACITY). Unbekannt oder unbemerkt geblieben ist diese Riege an Metallfetischisten nicht, dementsprechend groß ist natürlich auch die Erwartungshaltung an das webtechnisch himmelhoch vorgelobte Debütalbum „Sot“.

So richtig kategorisieren lässt sich das gute Teil von Anfang an nicht. „Hädanfärd“ eröffnet den turbulenten und kunterbunten Metalreigen mit saftigen Thrashriffs und orchestralen Zwischenspielen, die das an sich hart klingende Album immer wieder auflockern. Nach dem kurz gehaltenen Opener wird’s vertrackter – „Bränd Mark“ stößt in symphonische Schwarzmetallbereiche vor und erinnert bei den ersten Takten an DIMMU BORGIR. Keyboards und Streicher tun das Ihre, um die Grundbeschaffenheit der Kompositionen andersartig wirken zu lassen. Beim darauffolgenden „Blod“ scheint man gar ins Land der tausend Seen zu schielen, derart frappant ähnelt der Track Melodie-Fanatikern wie NORTHER oder MORS PRINCIPIUM EST. THE FEW AGAINST MANY sind weitaus härter und rigoroser als die Clean-Vocals behafteten SCAR SYMMETRY, demonstrieren ihre Stärken vor allem bei instrumentalen Alleingängen wie Gardberg’s erfrischenden Gitarrensoli oder Drummer Stefanovic’s präziser und rhythmusfördernder Fellgerberei. Zudem haben Mikael Stanne (DARK TRANQUILLITY) und Jonas Renske (KATATONIA, BLOODBATH) auch bei den – fast durchgängig in Schwedisch gehaltenen – Lyrics mitgearbeitet. Soviel zum Thema Undergroundverliebtheit…

Mit Fortdauer des Albums scheinen THE FEW AGAINST MANY die Aggressionen zu bündeln. Die Melodielinien finden im Gesamtkontext immer ihren Platz, werden bei Tracks wie „Abider“ oder „Heresi“ aber stark zurückgefahren, um der kontrollierten Wut mehr Ausdruck zu verleihen. Älvestam selbst grunzt meist tiefgrottig und lässt seinem bekannten Klargesang nicht eine Sekunde Platz. Der stämmige Glatzkopf könnte stimmlich als Lightversion von Glen Benton durchgehen und verhindert mit seinen Grölorgien des Öfteren den Absturz ins allzu Seichte. Nach mehreren Durchschnittsnummern kann gerade das abschließende „One With The Shadow“ mit Atmosphäre förderndem Wolfsgeheul und ungemein abwechslungsreichem Songwriting überraschen. Gehetztes Geballer wechselt sich mit beruhigenden Mid-Tempo Partikeln und eindringlichem Gitarrenspiel der Rhythmusfraktion ab. Zudem werden auch ungewohnte Samples eingebaut, um das Klangerlebnis über die sechs Minuten Grenze aufrecht zu erhalten.

THE FEW AGAINST MANY fabrizieren beileibe keine schlechte Mixtur aus melodischem Death Metal, treibenden Thrashsalven und progressiv-technischen Elementen, wirklich hirnrindenfräsend oder erinnerungswürdig ist das gute Stück leider nicht geworden. Coach Älvestam und sein All-Star Team sind fraglos Könner ihres Faches, doch der erwartete Überraschungsmoment oder unerbittliche Befreiungsschlag aus vergangenen Normen ist dem Quintett hiermit noch nicht gelungen. Die Tracks wirken oft zu austauschbar und beliebig, können trotz instrumentaler Topleistungen keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nach „Sot“ sollte man sich für das nächste Werk vielleicht etwas mehr Zeit lassen – eine Hochglanzproduktion und praktiziertes Name Dropping alleine, sind heutzutage kein Garant mehr für hochwertige Qualitätsware.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (14.09.2009)

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