MY OWN GRAVE - Necrology

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VÖ: 18.09.2009
Bandinfo: MY OWN GRAVE
Genre: Death Metal
Label: Pulverised Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Mein lieber Schwan – leicht benommen durch den Schlafentzug und völlig entgeistert vom abgrundtief trübsinnigen Regenwetter, gepaart mit herbstlicher Morgenfinsternis, stapfe ich motivationslos in mein Auto, um an diesem klischeehaft hässlichen Montag mit der neuen MY OWN GRAVE in der Anlage dem drohenden Arbeitsbeginn entgegen zu fahren. Kriegsähnliche Klänge samt melodischen Gitarrenläufen und marschmusikähnlichen Trommelschlägen reißen mich plötzlich aus meiner allwöchentlichen Lethargie. Nach dieser spannend klingenden Aufwärmminute holzt die zweite Full-Length der Schweden namens „Necrology“ mit dem Titeltrack so richtig los: unwiderstehlich druckvoller Old-School Schweden Death mit US-amerikanischen Riffattacken dröhnt den Lauschern entgegen und drückt jeden Tödesmörtler unwiderruflich in den Sessel der morbiden Verdammnis.

Fakt ist, dass im Tre-Kronen Städtchen Sundsvall mächtig geholzt wird. Das brutal schnetzelnde Todesquintett besteht aus Anders Hären (git), Mikael Aronsson (voc), Stefan Kihlgren (git), Max Bergman (bass) und John Henriksson (dr) und bolzt sich seit mittlerweile acht derben Jahren durch den Tieftondschungel. Das Debütalbum „Unleash“ ließ die Richtung vor drei Jahren bereits erahnen, mit der EP „Unholy“ hat man rund um den Globus durchgängig großartige Kritiken erhalten. „Necrology“ hat die Vorzüge der beiden Vorgänger verbunden und liefert den zahlreichen Schwedentod-Fanatikern den ultimativen Soundtrack zur Schädelspaltung.

MY OWN GRAVE kombinieren rotzfreche Geschwindigkeitsattacken mit genickberstenden Slow-Mo Parts zu einem toxisch-faulenden Soundzombie, der sich bedächtig aber wirkungsvoll und nachhaltig in die Hirnwindungen des Hörers frisst. „None Shall See“ und „Disciples Of War“ sind wahre Groovemonster, die sich - gerechtfertigter Weise - als absolute Erstliga Brecher titulieren können. So schön rollend und kompromisslos haben sich seit den großen GRAVE und ENTOMBED Zeiten nur wenige Bands gegeben. Hie und da fallen die Ami-Einflüsse Marke SUFFOCATION oder MALEVOLENT CREATION auf (Shouter Aronsson), den überwiegenden Großteil bleiben Mastermind Hären und Konsorten aber in den eigenen Landesgrenzen. Die übertriebenen Lobhuldigungen von Elchtod-Legende Dan Swanö hätten die Jungs gar nicht nötig – MY OWN GRAVE wissen selbst gut genug, wie man modrige Kadaver in kleine Stücke hackt!

Stücke wie „Exhumed To Be Buried“ oder “Carnal Revelations” vermögen Blastattacken, prollige Gitarrensoli und thrashige Mitgehparts in einen Kontext zu versammeln. Das Feuer, das vielen Genrekollegen zu fehlen scheint, haben MY OWN GRAVE im Übermaß. „Necrology“ hält den Qualitätslevel fast durchgehend an der Decke und kann sich – bis auf ein paar Durchschnittsnummern alà „Age Of Torment“ oder „Cerecloth“ – erhobenen Hauptes gen Old-School Death Thron bewegen. Das Songwriting ist frisch und puristisch zugleich, pickt die besten Zutaten aus den alten und neuen Tagen wie ein hungriger Knabe die Rosinen aus Mutti’s Kuchen. Mittlerweile ist es Dienstagabend und „Necrology“ röhrt noch immer aus den Speakern – der mürbe Wochenbeginn ist somit überstanden und ich will diese grandiose Scheibe auch so ganz und gar nicht aus dem Player werfen…



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (17.09.2009)

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