Bitterness - Genociety

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VÖ: 01.05.2009
Bandinfo: BITTERNESS
Genre: Thrash Metal
Label: G.U.C.
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Lineup  |  Trackliste

Da ich die Herren von BITTERNESS mal live in Austria erleben durfte und eben jener Gig trotz der bisweilen recht schüchternen Ansagen des Sängers zu überzeugen wusste, war ich doch hocherfreut über die Nachricht, wonach BITTERNESS ihren neuen Longplayer veröffentlicht hätten. Im Gegensatz zu all den Trendhaschern, die nun auf den wieder vor sich hin düsenden Thrash Zug aufspringen, bleiben sich BITTERNESS bereits seit 8 Jahren absolut treu: Ihr Thrash Metal bezieht sich sowohl auf die Germanenschule, als auch partiell auf die guten, alten Bay Area Referenzen. Zudem wird das Gebräu durch ein markantes Gewürz namens Melodic Death aus den Anfangstagen der Schwedenschule gewürzt.

Dieses absichtliche „sich zwischen den Stühlen bewegen“ wird bereits beim Opener “Suicide Squad“ mehr als deutlich. Während mich die Thematik deutlich an KREATOR erinnert, klingen die dicken Riffs beinahe nach Gary Holt und seine Mannen. Dabei bleibt die Struktur der Songs kompakt und logisch. Der Sound wiederum vereint die Tradition mit der Moderne was dem Opener sehr gut zu Gesicht steht.
Während “The Darkening“ zwar nicht wahnsinnig kreativ, aber mit seinem Wechselspiel aus atmosphärischen und Prügelparts immerhin zufriedenstellend aus den Boxen dröhnt, folgt mit “Down in Flames“ der große Hit des Albums. Dieser Song ist von der ersten bis zur letzten Sekunde eingängig, ohne dabei zu banal zu werden. BITTERNESS verstehen es hier geschickt, einen Thrash Hit inklusive eines außergewöhnlichen Refrains zu schreiben, der die Instrumentalleistung der Akteure aber dennoch deutlich hervorhebt.
Die Stärke der Band liegt vor allem in ihrem musikalischen Geschick: Man wiederholt sich – obwohl die Einzelteile der Songs durchaus bekannt sind – niemals, sondern kredenzt abwechslungsreiche Songs, die der Langeweile vorbeugen. So ist “Dehumanized“ als eines der modernsten Stücke des Albums anzusehen, das mit viel Groove seitens der Rhythmussektion versehen wurde. Das darauf folgende “Human Resource Derangement“ wiederum beginnt ruhig und steigert sich zu einem bedrohlichen Track, der danach im Midtempo eine eigene Atmosphäre kreiert. In weiterer Folge beweisen BITTERNESS, dass sie diese ruhigen Intros bzw. Zwischenteile verinnerlicht zu haben scheinen. Diese Ausrichtung steht der Band auch durchaus gut zu Gesicht, da man ein stumpfes Gebretter und Gepolter somit vermeiden kann. Erst der Rausschmeisser “Bone Daddy“ ist wieder ein flotter Track, der den Geist des ursprünglichen Thrash Metal einzufangen scheint.

Insgesamt beweisen die zu einem Trio geschrumpften BITTERNESS mit “Genociety“, dass sie auch nach wie vor zu den unterschätztesten Bands des deutschen Thrash Zirkus zählen. Die Mixtur aus alter Schule und Moderne könnte bei einer viel größeren Anzahl an Headbangern auf Anklang stoßen. Die einzigen Wehrmutstropfen: Die Spielzeit von 35 Minuten ist doch etwas kurz geraten und leider wirken noch nicht alle Songs so ausgereift, wie manche der genannten Tracks. Dennoch ist “Genociety“ ein mehr als beachtliches Lebenszeichen einer guten Band!
Für all jene, die sich nicht prinzipiell gegen eine Mixtur der genannten Stile sträuben, spreche ich hiermit eine Reinhörpflicht aus! Anspieltipps: “Down in Flames“, “Human Resource Derangement“, “Suicide Squad”



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (29.09.2009)

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