Kiss - Kissology Volume Two: 1978–1991

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VÖ: 24.07.2009
Bandinfo: KISS
Genre: (nicht klassifizierbar)
Label: Edel Records
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Lineup  |  Trackliste

Zweite Runde der "Ultimative KISS Collection". Nachdem im ersten Teil die Anfangsjahre (1974–1977) beleuchtet wurden, wird es jetzt erst richtig interessant. KISS waren Ende der Siebziger nicht zuletzt dank ihres größten Hits "I Was Made For Loving You" zu kommerziellen Großverdienern geworden, erstmals mußte sich die Band auch mit Personalrochaden auseinandersetzen: im Vorfeld zu "Unmasked" verließ Peter Criss die Band und ebnete damit den Weg für seinen Nachfolger Eric Carr. Die tatsächliche Demaskierung fand allerdings erst drei Jahre später statt, als man im Rahmen eines MTV-Auftritts erstmals auf die weltberühmte Schminke verzichtete, um die zuletzt stark stagnierenden Plattenverkäufe wieder anzukurbeln. Der Plan ging auf, und so kann man auf "Kissology II" sehen, wie fortann eine völlig neue Band mit dennoch unveränderter Besetzung Kompositionen zum Besten gab, die inzwischen längst Klassiker der Rockgeschichte sind.

Wie skurril KISS tatsächlich drauf waren, beweist der Film "Kiss In Attack Of The Phantoms", der beinahe die gesamte erste DVD vereinnahmt. Daß dieses Movie keine cineastische Bestleistung ist, muß an dieser Stelle nicht extra erwähnt werden - liebenswert und ein wenig schrullig sind die Effekte dennoch, mit denen KISS ihren fiesen Doppelgängern der Garaus machen. Auf der zweiten DVD bekommen wir als Höhepunkt den Komplettmitschnitt eines Auftritts in Sydney, Australien - bereits mit Criss´ Nachfolger Eric Car hinter der Schiessbude. Mit der dritten DVD ist es schließlich soweit: nach einem der letzten Auftritte im mit 137.000 Menschen restlos ausverkauften Maracana Stadium Rio de Janeiro in Brasilien spielten KISS fortan für die nächsten 15 Jahre praktisch nackt, also ungeschminkt.

Wie auch auf "Kissology 1" krankt es auch am zweiten Teil hauptsächlich an der Bildqualität. Vermutlich hat man das Beste aus dem zum Teil bereits bis zu 30 Jahre alten Material herausgeholt, doch bis auf den TV-Film und die Auftritte in den späten Achzigern/frühen Neunzigern sind die Livemitschnitte eher ein akustischer denn ein optischer Genuß. Trotzdem ist "Kissology 2" vielleicht noch um ein Eck unverzichtbarer, denn er bearbeitet mehr als würdig die vielleicht wichtigste Phase von KISS, welche mit dem tragischen Krebstod von Eric Carr am 24. November 1991 endete. Passend dazu auch das Easter Egg: ein hoffnungsvoller, sehr positiver letzter Gruß aus Carr´s Krankenzimmer.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: adl (03.10.2009)

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