RESURRECTURIS - Non Voglio Morire

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VÖ: 25.05.2009
Bandinfo: RESURRECTURIS
Genre: Metal
Label: Plastic HD
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

RESURRECTURIS sind aus Italien und machen Death Metal mit Grind-Einflüssen. Die Band existiert seit Mitte der 90er und legt nun ihr drittes Langspielplättchen in die Läden. So ähnlich würde ein 0815-Review wohl beginnen, doch hier folgt ein "halt!" meinerseits:
Eine Death Metal Band, die ihr Album "Ich will nicht sterben" nennt? Eine Death Metal Band, die ein Cover nützt, das aufgrund seiner künstlerischen Darstellung ganz und gar nicht auf ein Album dieser Sparte passt? Ja, passt denn da eigentlich irgendetwas in den scheinbar vorgegebenen Rahmen?

Die Antwort darauf lautet: "Jein"! Obwohl der Start "Origin" recht derbe, wenngleich auch recht durchschnittlich aus den Boxen schallt, so wird die Musik der Mannen rund um Carlo Strappa bisweilen einigermaßen abstrus. Dabei wissen die Italiener wie man Rezensenten überrascht: Nach dem Prologue, der hier an zweiter (!) Stelle des Albums steht, folgen zwei durchschnittliche Death Metal Songs. Doch dann beginnt die Obskuritätenreihe:

Es folgt "The Artist", das zunächst in eine elektronische Richtung geht und mit der merkwürdigen Vokalstruktur (gesprochene Vocals treffen auf weibliche Klargesänge!) zu überraschen und trotz seiner Merkwürdigkeit auch irgendwie zu überzeugen weiß. "Save my anger" beginnt wieder aggressiver, führt aber zu einem äußerst melodischen Refrain, den man den Jungs um signore Strappa ebenfalls nicht zugetraut hätte. Als ob man den Hörer gleich noch weiter verstören wolle, folgt mit "Calling Our Names" ein gemächlicher Rocksong, der wie eine Kreuzung aus Metallica's "Load"-Phase und diversen Seattle-Rockern klingt. Und die wirkliche Überraschung dabei: Diese für RESURRECTURIS extrem ungewöhnlichen 6:30 Minuten funktionieren in diesem Kontext sogar.

Wie man an diesen Zeilen bereits erkennen kann, hat der Großteil der Platte mit Death Metal nichts mehr gemeinsam:

"After the Show" ist ein moderner Rocker mit dezenter Aggressivität, "The Fracture" ist ebenfalls als gelungener Rocksong anzusehen, während "Away from the flock" für meinen Geschmack doch zu cheesy ist. Die beiden darauf folgenden Songs sind wiederum sperrige Tracks, die nur bedingt überzeugen können. Und der Abschlusstrack "In Retrospective" entpuppt sich als Akustiktrack (!!!), der Zufriedenheit und ein klein wenig Melancholie bezüglich der Reise in die eigene Vergangenheit offenbart.

Und genau dieser letztgenannte Aspekt rechtfertigt diese stilistische Berg- und Talfahrt: Carlo Strappa liefert mit diesem Album ein autobiographisches Werk ab, das einen durch die Irrfahrten seines Seelenlebens führt. Dementsprechend ist es legitim, das nicht nur ein Substil herangezogen wird um diese Geschichte zu erzählen. Das Leben eines Menschen beinhaltet schließlich verschiedene emotionale Phasen, die hier musikalisch wiedergegeben werden.

Für manche Todesmetaller mag diese Stilmixtur wohl störend sein, doch der aufgeschlossene Metaller sollte damit umgehen können. Ich bewundere den Mut dieses Künstlers und gestehe ihm auch eine gehörige Portion Kreativität zu. Ein Problem gibt es aber auch zu erkennen: Ein Teil der Songs funktioniert ganz einfach nicht wie gewünscht. Und dies gilt v.a. für die wenigen Death Metal-lastigeren Songs, die lediglich biederer Durchschnitt sind. Somit befinden sich RESURRECTURIS auf dem richtigen Weg: Von einer allenfalls durchschnittlichen Death Metal Band zu einer originellen Gruppe, die irgendwo zwischen allen Stühlen verweilt ist es ein weiter Weg. Der erste Schritt wurde mit "Non Voglio Morire" (mit Abstrichen) erfolgreich bewältigt.

PS: Die CD wird mit einer netten Verpackung und einer DVD Beigabe geliefert, die einen Video-Clip (+ ein making of) und einige Liveclips beinhaltet.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: El Greco (14.10.2009)

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