Rude Tins - Beat the Band

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VÖ: 09.10.2009
Bandinfo: Rude Tins
Genre: Swing
Label: Cargo Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Das ComicStrip-artige Cover zeigt die Marschrichtung der Aargauer Ensembles zielsicher an: 14 kurz gehaltene Soundtracks für die nächste Saturday-Night-Party, die Stoßrichtung Skapunk wurde weitgehend in den Hintergrund gerückt und so verarbeitet man auf „Beat the Band“ Ska, Reggae und PopRock zu moderner Offbeatmusik. Die realitätsbezogenen Texte handeln von Frauen, Parties und dem Leben – also von Sachen, die jeder kennt und (mal mehr, mal weniger) schätzt...

Das bei diesen Themen kein Pulitzerpreis ins Regal gewuchtet werden kann, ist klar – auch die Musik passt sich dem textlichen Lifestyle an & präsentiert sich als kräftig-fluffiger Mix aus meist treibenden und etwas chilligerem Eigenmaterial. Ohne Ambitionen auf eine Titelstory im - sagen wir mal "Eclipsed" zum Beispiel, auch keine Überraschung jetzt oder ? .
Also: nix mit SkaPunk for the New Generation - die Schweizer setzen die Segel straff in den Wind der guten alten Zeit; versetzen ihre rigoros linearen Strukturen aber in modern tönende Rauschattacken die zwar ohne Umschweife beim ersten Umlauf zünden, aber diese eben auch nur mit bereits bekannten Wässerchen aufkochen. In diesen oftmals gleichförmig auftretenden Kompositionen findet man zwar so manch gelungene Reminiszenz an die Hochzeit dieser Stilistik, welche sich mit einigen geschickten BrassSequenzen und garstig modernen Bläserparts um die Gunst des Hörers bemühen – andererseits plätschert ein Groß des Materials durchaus bemüht, aber leidlich spannungsarm durch die Boxen: zuwenig Dynamik, zuwenig zündende Ideen um sich in den Pool mit den großen Businesshaien zu werfen. Allein der Fuß am Gaspedal mag hier die fehlenden magischen Momente kaschieren, mit der Zeit wird aber auch hier der nicht zu unterschätzende Gähneffekt stringent angehoben.

Und - auch wenn viele Bands mit der Optik zu verkaufen versuchen trennt sich doch spätestens beim zweiten oder dritten Album die Spreu vom Weizen. Die Rude Tins haben diesen Weg noch vor sich - die zweite Talentprobe fällt halbwegs stimmig, aber auch dezent unauffällig auf. Ein paar instrumentale Spielereien inmitten der radiofreundlichen, leider von jedwelchen Ecken und Kanten befreiten Kurzstrecken machen eben noch keinen neuen Frühling aus: die angenehm in die Ohrmuschel rauschende Stimmen von Claudia & Thomas sind zwar jetzt schon ein prima Kandidat für diverse Ballermann-Swing-Sampler; aber eben noch einige Lehrjahre von der Spitze entfernt.

Wer seinen Erinnerungslücken an die letzte Nacht auf die Sprünge helfen will, kann ja mal bei „Sabrina“ oder dem etwas besinnlicher reinlaufenden „Rain“ probehören. Tut nicht weh, versprochen!



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: PMH (15.10.2009)

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