Lita Ford - Wicked Wonderland

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VÖ: 30.10.2009
Bandinfo: Lita Ford
Genre: Hard Rock
Label: Edel Records
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Lineup  |  Trackliste

Wenn ich an LITA FORD denke, fällt mir zuallererst "Close My Eyes Forever" ein. Umso erstaunlicher ist es, dass die britische Rockröhre schon seit über vierzehn Jahren kein Album mehr veröffentlicht hat. Der letzte Output der gebürtigen Londonerin in Form von "Black" erblickte 1995 das Licht der Welt und seither ist es relativ still um diese berüchtigte Frau geworden. Die Ehe mit Chris Holmes, dem Gitarristen von W.A.S.P., hat auch schon bald zwei Dekaden hinter sich und seit 1994 ist Carmelita Rossanna Ford, wie LITA FORD mit vollem Namen heißt, mit dem ehemaligen NITRO-Fronter Jim Gillette zusammen.

Dieser hat seine Ehefrau dann auch dazu bewogen, noch einmal die Gitarre und das Mikro in beide Hände zu nehmen und der Welt zu zeigen, dass traditioneller Melodic Rock auch heutzutage noch funktioniert. Mit "Wicked Wonderland" wagt LITA FORD also ihr Comeback. Das Wort "wagen" trifft es dabei genau auf den Punkt, denn wer auf dem neuen Silberling gediegenes 80s-Material erwartet, der sei gewarnt. LITA FORD wählt für ihre Rückkehr ins Musikbusiness nämlich eine etwas veränderte, modernisierte Ausrichtung ihrer ureigenen Musik. Vom extrem eingängigen, melodischen Rock der frühen Alben ist auf "Wicked Wonderland" nichts mehr zu spüren. Viel mehr versucht das liierte Team sich den gängigen Stilistiken der modernen Zeit anzupassen. Will heißen, dass auf Biegen und Brechen versucht wird, griffige Metal-Riffs einzubauen und auch so manches elektronische Stilmittel fließt in "Wicked Wonderland" ein. Das Ganze gepaart mit erdigem Hard Rock ergibt eine unverdauliche Mischung, die wie eine gepflegte Jam-Session klingt. LITA FORD vermag es überhaupt nicht, den Hörer in ihren rockigen Bann zu ziehen. Nach dem Hören der fünfzehn Tracks fühlt man sich nämlich irgendwie ausgelaugt und gepflegte Enttäuschung macht sich breit.

Egal, ob der kratzige Opener "Crave" oder der etwas nervende Titeltrack - LITA FORD vermag es zu keiner Sekunde an ihre frühen Glanztaten anzuschließen und liefert mit "Wicked Wonderland" ein absolut unnötiges Soundexperiment ab, das größtenteils die Handschrift des etwas unglücklichen Jim Gillette trägt. Seine Stimme drängt sich immer wieder in den Vordergrund, während das Songwriting einfach überhaupt nichts her gibt. "Wicked Wonderland" ist ein unkomplettes Album geworden, das sich Fans der "alten" LITA FORD nicht ohne Hörproben zulegen sollten. Für mich eine definitive Enttäuschung und ein weiterer Hoffnungsschimmer am spärlichen Rock-Himmel, der für immer erlischt...



Bewertung: 1.5 / 5.0
Autor: mat (30.10.2009)

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