RUINS - Front The Final Foes

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VÖ: 30.10.2009
Bandinfo: RUINS
Genre: Black Metal
Label: Debemur Morti Productions
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die tasmanischen Teufel sind wieder da. RUINS haben erst zu Jahresbeginn das Album „Cauldron“ auf die Freunde der Schwarzkunst losgelassen, schon gibt’s mit „Front The Final Foes“ die dritte Full-Length. Saitenbearbeiter Alex Pope (was für ein Nachname!!) und PSYCROPTIC-Drummer David Haley haben also weder Kosten noch Mühen gescheut, um auch weiterhin im Gespräch zu bleiben.

Schon nach den ersten Klängen des Openers „Breath Of Void“ wird klar, wohin die musikalische Richtung gehen soll. Die 2006er Tourpartner SATYRICON haben nicht nur das Zwei-Mann Bandgefüge mit RUINS gemein, auch der Sound der Australier ähnelt den norwegischen Avantgardisten in mehrfacher Hinsicht. SATYRICON der neueren Ära, wohlgemerkt. Langsam hereinbrechende Aggressionswellen, die sich wohltuend vom Gros der Masse abheben. Standard Black Metal durfte man von RUINS noch nie erwarten. Dermaßen Nahe wie SATYRICON auf diesem Album, stand man aber noch keiner Combo. „The Sum Of Your Loss“ wirkt wie die fünftkontinentale Reinkarnation von „K.I.N.G.“. Nicht nur die nahezu gänzlich kopierte Gitarrenarbeit, selbst das tight-treibende Drumming lehnen sich fast schon pervers an die Osloer an.

Was die Australier allerdings vorantreibt ist der deutlich höhere Speed. Während Satyr und Co langsam aber sicher die Eier aus der Hose rutschen, vermögen RUINS das dissonant-progressive Gitarrenspiel sehr wohl noch mit blastenden Tempoparts zu vermischen und somit ihre schwarzwurzelige Männlichkeit aufrechtzuerhalten. Der typische 08/15 Black Metaller wird mit „Front The Final Foes“ nicht wirklich viel Freude haben. Sinnloses Blastgebolze kommt ebenso wenig vor, wie überpropagiertes Kreisch-Gekeife oder albumfüllende Sampleversatzstücke. RUINS bauen ihren kontraproduktiven Sound auf Atmosphäre und dunkle Gefühle auf, was den Tasmaniern auch sehr gut gelingt. Die einzelnen Songs sind zumeist in Überlänge gehalten, was der kühlen Sphärik des Werkes sehr zuträglich ist. Langweilig wird einem bei den abwechslungsreichen Kompositionen nicht – Bands wie CELTIC FROST oder IMMORTAL werden das Duo auch nicht umsonst als Vorband für ihre australische Touren gebucht haben…

Arschtrocken und sehr true – so in etwa kann man den Sound auf „Front The Final Foes“ in wenigen, aber prägnanten Worten umschreiben. Pope’s Vocals merkt man die „Fuck Off“-Attitüde mit jedem Klang an, die Parallelen zu Satyr sind übrigens sogar gesanglich gegeben. An den Instrumentalleistungen der beiden Teufel gibt’s nichts zu bekritteln, auch der Sound drückt treibend aus den Speakern, die Platte wurde makellos gemischt. Wer dem Schwarzmetall tolerant gegenübersteht, wird mit „Front The Final Foes“ seine helle Freude haben. Das Album ist komplex und erschließt sich dem Hörer erst nach mehrmaligem Konsum. Für den inoffiziellen Titel „SATYRICON Coverband des Jahres“ gibt’s natürlich Punkteabzüge. Hätten RUINS etwas mehr auf die eigene Linie geschaut und die Norweger nicht derart offensichtlich nachkopiert, wäre mit dem Album ein Platz im oberen Szenedrittel 2009 möglich gewesen. Anspieltipps: „Cult Rapture“, „Front The Final Foes“ und „Keeping This Crown“.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (28.10.2009)

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