My Dying Bride - Bring Me Victory

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VÖ: 26.10.2009
Bandinfo: MY DYING BRIDE
Genre: Gothic Rock
Label: Peaceville Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Resteverwertung im Haus der sterbenden Braut: während man als Titeltrack eine 1:1 Version des unlängst albumtechnisch verbratenen „Bring me Victory“ (nachzuhören auf dem Longplayer „For Lies I Sire“, 2009) gleich zweimal serviert, kommen die übrigen drei Tracks nicht über einen stark nach „Sellout“ riechenden Mief hinaus. Da wird doch wohl nicht die böse, böse Plattenfirma dahinterstecken, welche sich rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft ein paar Extrakröten von ihrem ewigen Zugpferd erhofft ? ;)

Nun aber husch zurück zum optisch wertvollen Kleinformat … funktioniert „Bring Me Victory“ vor allem im dekadenten Clip als irrwitzige Alternative zu Peter Steele und seinen Type O Negative (oder man denkt an anderer Stelle vielleicht an den Travis Clip zu „Sing“ , wo Lebensmittel just for Fun durch das Bild geschossen werden …) , so bringt die Liveversion des Uraltclassix "Vast Choirs"ein paar nostalgische Gefühle beim Altfan zum Vorschein: brechen beim heftigen Einstieg noch alle Dämme, so durchlebt der 2008 auf dem Graspop Festival aufgenommene Langstreckenabschnitt die damals typischen Growlpassagen genauso exzessiv wie die rifflastigen Doomparts ala frühe Paradise Lost (mit denen sie die ersten Jahre ja andauernd verglichen wurden), das Ganze natürlich mit Stil und Verve abgerundet. Mittendrin gibt’s ein paar - heutzutage eher unpassend wirkende - Uptempoausbrüche & dazu einen kostenlosen Einblick auf das frühe Schaffen einer Band, die anno 2009 doch um einiges gemächlicher zu Werke geht. Die gut 10 Minuten passieren dazu in einem gar nicht so üblem Soundgewand… obwohl ja eigentlich ein Track alleine so gar nicht repräsentativ sein kann oder ?
Interessant wird diese EP eigentlich nur durch zwei unveröffentlichte Stücke, welche zuerst mal den musikalischen Vorbildern von MDB, den Swans huldigen - „Failure“ ist eine luftige, oft akustisch gezupfte Verneigung vor den verblichenen Helden, dessen Song hier in ein passendes britisches Gewand gestopft wurde und auch gesanglich dem morbiden Charme der NoWave/Postpunk-Bande respektabel angepasst wurde. Sollte man durchaus mal gehört haben, solange man generell keine Abneigung gegen Fremdverwurstungen hat ! Als Draufgabe serviert das Sextett eine Neuinterpretation des englischen Volksliedes „Scarborough Fair“ ; und hier dürfen sich vor allem die zarteren Seelen auf eine sehr stimmige wie düster-romantisch Elegie im getragenen Schritttempo freuen.

Wenn der Preis stimmt - und nur dann ! - darf man als Fan(atiker) durchaus zugreifen; Sammler und Alleskäufer werden hier längst schon ihren Klick bei den üblichen Verdächtigen gemacht haben , der Rest sollte erstmal in ein beliebigen Studioalbum der Yorkshire-Formation (welche ausnahmslos ALLE ihren Reiz haben, aber das nur am Rande) investieren .



Ohne Bewertung
Autor: PMH (04.11.2009)

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