Opera IX - Sacro Culto (Re-Release)

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VÖ: 13.10.2009
Bandinfo: Opera IX
Genre: Symphonic Black Metal
Label: Peaceville Records
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Lineup  |  Trackliste

"Sacro Culto", das zweite Full-Length-Album von OPERA IX, erschien erstmalig 1998 und wird nun von Peaceville Records in einem der schicken Super Jewel Cases neu released.

"Sacro Culto" ist stilistisch nicht so ganz einfach zu kategorisieren. Es war schon nicht mehr der ganz frühe Gothic-Sound der Band und auch noch nicht der spätere Symphonic Black Metal. Natürlich flossen beide Spielarten in das Songwriting mit ein. Außerdem gab es viele doomige Komponenten, und die episch-atmosphärische Marschrichtung der Song hatte deutliche Anleihen beim Pagan. Für das Gesamtwerk erscheint mir aber Dark Metal eine ganz passende Bezeichnung. Die sechs Tracks haben Spielzeiten zwischen acht und 15 Minuten. Um in dieser Dauer zu funktionieren wurden sie abwechslungsreich und vielschichtig arrangiert. Das heißt, man begegnet fast in jedem Song sämtlichen Einflüssen, die auf dem Album vertreten waren. Angefangen von einer gemächlichen, aber mächtigen Doom-Walze bis hin zu brachialen Extrem-Metal-Parts.

Damals war noch Cadaveria die Sängerin der Italiener. Ihre unvergleichlichen Vocals drückten den Tracks ihren Stempel auf. Ich erwähnte es schonmal in einem anderen OPERA-IX-Review: eine derartig variable Sängerin habe ich noch nicht gehört – abgesehen von ARKONA-Masha vielleicht. Von opernhaften Vocals, über Cleangesang, eine rauhe Röhre, Gekeife bis zu markanten Growls hatte Cadaveria alles drauf. Ihre Stimme passt sich hervorragend der Atmosphäre der jeweiligen Stücke an und verstärkt diese auch noch. Diese Atmosphäre ist in der Hauptsache düster, unheilvoll, sakral, traurig und manchmal okkult. Man könnte zumeist fast von so etwas wie Friedhofstimmung sprechen. Easy-Listening gibt es auf "Sacro Culto" nicht und Fröhlichkeit ist Fehlanzeige.

Auf diesem Werk jetzt einzelne Tracks hervorzuheben, halte ich für müßig, da das Album eher als Einheit seinen dunklen Charme versprüht. Und in dieser Richtung gehört es zweifelsohne zu OPERA IX besseren Werken – schon wegen der unglaublichen Cadaveria und wegen des ausgefeilten Songwriting. Wer noch nicht das ursprüngliche Release im Schrank hat und sich allgemein den düstereren Spielarten zugetan fühlt, sollte über eine Anschaffung nachdenken.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Django (06.11.2009)

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