Converge - Axe To Fall

Artikel-Bild
VÖ: 20.10.2009
Bandinfo: CONVERGE
Genre: Hardcore
Label: Epitaph Records
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

CONVERGE waren ja noch nie etwas für leichte Gemüter oder als Soundtrack für einen relaxten Nachmittag geeignet. Daran hat sich auch auf dem siebten Studioalbum „Axe To Fall“ nichts geändert. Seit knapp 20 Jahren steht die Band rund um Sänger und Grafiker Jacob Bannon und Gitarrist Kurt Ballou für brachialen, authentischen und progressiven Hardcore, der unzähligen Bands als Inspiration diente. Das neue Album zeigt dabei einerseits, dass auch nach all dieser Zeit eine Band sowohl ihrem Stil treu bleiben als auch neue Töne anschlagen kann und andererseits, wie viele namhafte Freunde CONVERGE haben. Immerhin versammelt „Axe To Fall“ nicht weniger als 16 Gastmusiker.

Und trotzdem klingt das Endprodukt wie aus einem Guss. Der schon länger bekannte Opener „Dark Horse“ ist wohl eine der eingängigsten Nummern, die jemals aus dem Hause CONVERGE gekommen ist. Das Gitarremotiv der Strophe präsentiert sich zwar extrem hektisch aber gleichzeitig sehr eingängig und leitet einen neuerlichen Anfall von Shouter Bannon ein. Wo nimmt der Mann nur diese Kraft her? Darauf folgen sowohl ein grandioser Refrain wie auch ein beinahe schon klassischer Breakdown in der Bridge. „Reap What You Sow“ und der Titeltrack lassen wieder das Chaos regieren und bei ersterem darf Ex-Hatebreed Gitarrist Sean Martin sich mal ordentlich austoben. Bei „Effigy“ klingt die Band wie QUEENS OF THE STONE AGE auf Speed mit ordentlicher Härte im Gepäck, aber nach knapp eineinhalb Minuten ist dieser Brecher auch schon wieder vorbei. „Worms Will Feed/Rats Will Feast“ kann dann getrost als episch bezeichnet werden, über fünf Minuten werden hier sowohl vertrackte Beats als auch Melodien serviert mit einem Kurt Ballou im Refrain, der den perfekten Gegenpol zum verrückten Geschrei von Bannon darstellt. „Damages“ stellt weiters ein recht unbekanntes Pferd in diesem Stall dar, wird hier doch recht untypisch lange auf ein hypnotisches Motiv gesetzt, das in immer neuer Form den Ausbruch herausfordert, ihn aber nie erreicht. Gegen Ende verwandelt sich der Song in ein walzendes Monster, um in einem Quasi-Breakdown zu gipfeln.

„Dead Beat“ und „Cutter“ präsentieren sich, ebenso wie „Losing Battle“ oder „Wishing Well“, als beinahe schon konventionelle Hardcoresongs, spielen dabei mit einer galoppierender Rhythmik, teils extremer Distortion und den traditionellen Trademarks der Band. „Cutter“ scheint dabei alle Grenzen einreißen zu wollen und bietet den schnellsten und härtesten Beginn der ganzen Platte. Das Ende wird dann schon beinahe zelebriert. „Slave Driver“ überzeugt wieder mit Vocals von Ballou im Refrain, der sich sehr eigenwillig gibt und dem Song seinen Stempel aufdrückt. Danach wird es episch bei „Cruel Bloom“, das sich scheinbar als Todes-Western versteht und ganz auf die Fähigkeiten von NEUROSIS Sänger Steve Von Till setzt. Dessen extrem tiefes und einprägendes Timbre gibt dem Song noch die nötige Düsternis, der - großteils getragen von Gitarre und Klavier - am Ende doch noch explodiert und mehr oder weniger im Doom endet. Der Refrain schielt dabei ganz stark in Richtung Melodie und ist beinahe mitsing-tauglich. Dann kommen die letzten sieben, zu Beginn recht monotonen Minuten in Form von „Wretched World“, bei dem sich GENGHIS TRON Sänger Mookie Singerman auszeichnen darf. Vorherrschend ist dabei von Beginn an ein Motiv, das durch immer konsequentere Instrumentierung bis zum Exzess anschwillt, ausbricht, und dann langsam ausklingt.

Natürlich besteht bei so vielen Akteuren zwangsläufig die Gefahr, dass das Album am Ende zu viele Sparten bedienen will und kaum Homogenität aufweisen kann. Dies ist bei CONVERGE allerdings keinesfalls eingetreten, vielmehr scheinen dadurch früher nur kurz angerissene Facetten nun vollends ins Licht getreten zu sein, was einerseits ein extrem abwechslungsreiches und andererseits doch konsequentes Album zur Folge hat. Man kann es drehen wie man will, auch im Jahr 2009 stehen CONVERGE für ihren ureigenen Sound, den so schnell keiner nachmachen kann.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: chris (05.11.2009)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Nordic Union
ANZEIGE