Miseration - The Mirroring Shadow

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VÖ: 16.11.2009
Bandinfo: Miseration
Genre: Death Metal
Label: Lifeforce Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Der eine oder andere findige Metalfanatiker wird den Namen MISERATION möglicherweise schon mit grabschürfenden Death Metal verbinden können. Allen anderen sei gesagt, dass es sich bei den Schweden um eine weitere der rundum beliebten All-Star Fraktionen handelt, welche sich den Erfolg wohl mit Namedropping erspielen möchten. Angeführt wird der Fünfer von Ex-SCAR SYMMETRY Shouter Christian Älvestam. Jani Stefanovic (THE FEW AGAINST MANY, ESSENCE OF SORROW) hat im Studio gleich alle Instrumente bedient, Rolf Pilve (DIVISION OF THE SPOILS), Johan Ylenstrand (Ex-VITAL DECISION) und Marcus Bertilsson (INEVITABLE END) runden das skandinavische Potpourri ab.

Doch man sollte mit schneller Kritik vorsichtig sein! MISERATION bieten auf „The Mirroring Shadow“ nämlich groovig-treibenden Death Metal der oberen Ligazugehörigkeit, was Älvestam mit seinem zweiten Großprojekt THE FEW AGAINST MANY verwehrt blieb. Zudem ist die Truppe mittlerweile bei den Hardcore geneigten Lifeforce Records gelandet, was den Verkaufszahlen einen ordentlichen Schub verpassen dürfte. Das mir beiliegende Infoblatt neigt erwartungsgemäß zu überoptimistischen Lobhudeleien, hat in seiner Kernaussage die Wahrheit aber durchaus getroffen. Eine wohlige Mischung aus US-amerikanisch geprägtem Todmetall mit einer saftigen Dosis groovenden Nordlanddeath bekommt man hier durch die Gehörgänge geblasen. Hauptsächlich bleibt man musikalisch aber in Übersee. Die beiden Eröffnungstracks „Dreamdecipher“ und „Blueprinted Aeon Collapse“ erinnern schon mal an SUFFOCATION oder auch MONSTROSITY.

Die schwedisch angehauchten Groovepassagen werden aber nicht außen vor gelassen. Der Titeltrack „The Mirroring Shadow“ oder das abschließende „Theca“ sind zwar auch permanent am Gaspedal, kommen aber etwas epischer und erhabener aus den Boxen. ENTOMBED oder AEON lassen kurz mal grüßen. Ansonsten regiert bei MISERATION der Knüppel aus dem Sack. Die Tre-Kronen-Staatler bleiben dabei aber immer nachvollziehbar und kurzweilig. Technisches Sologewixe oder nervenaufreibende Frickeleinlagen werden nur in minimaler Art und Weise eingebaut, das Quintett ergießt sich meist in treibenden Doublebass-Orgien und vergisst dabei dankenswerterweise nicht auf die fett hämmernde Portion Eingängigkeit.

Neu und revolutionär sind MISERATION mit ihrem Zweitwerk beileibe nicht, die Spielfreude gepaart mit der hörbar starken Instrumentenbeherrschung sorgen aber für einen kräftig spuckenden Death Metal Vulkan, der sich problemlos im oberen Drittel der diesjährigen Szeneveröffentlichungen einordnen lassen kann. Weniger ist oft mehr – die Schweden sollten vielleicht das eine oder andere Mal etwas auf die Bremse steigen, dann würden die wuchtigen Gitarrenläufe der Herren Stefanovic und Bertilsson noch besser zur Geltung kommen. Ansonsten aber ein sauber produziertes Stück amerikanisch angehauchten Todesmörtel mit passend eingesetzten Melodic-Hooks.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (11.11.2009)

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