Soul Doctor - Way Back To The Bone

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VÖ: 20.11.2009
Bandinfo: Soul Doctor
Genre: Hard Rock
Label: Metal Heaven
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Lineup  |  Trackliste

Die Seelendoktoren aus Deutschland sind dem geneigten Melodic Rock Fan hoffentlich schon seit längerem ein Begriff. Sänger Tommy Heart (u.a. FAIR WARNING) und seine Mitstreiter sind definitiv fleißige Musiker und Könner ihrer Sparte. Einzig und allein der große Erfolg scheint von den Musikern noch nichts wissen zu wollen.

Natürlich ist es schwer, im konservativen Melodic (Hard-)Rock Genre einen Meilenstein zu produzieren, da der Großteil der Bands gewisse Genrekonventionen einfach nicht umgehen will und demnach viele Veröffentlichungen aus diesem Genre altbacken und belanglos wirken. SOUL DOCTOR haben das Rad ebenfalls nicht neu erfunden und wollen dies wahrscheinlich auch gar nicht. Die vier Mannen toben sich in ihrem Rahmen aus und sorgen somit dafür, dass deren Fans sicherlich nicht enttäuscht sein werden ob eventueller Veränderungen.

Dabei bleibt man den eigenen Trademarks zu jedem Zeitpunkt treu. Zwischen (manchmal etwas zu) „süßer“ Melodieführung, netten Soli und starken Rhythmuspassagen, klemmt man bisweilen klebrige Keyboardteppiche (z.B. “First Man on the Moon“). Immer dann, wenn der Bombast komplett über Bord geworfen wird und sich die Musiker auf ihre drei Stamminstrumente + Stimme verlassen, werden daraus aber gelungene Rocksongs. Wenngleich das geniale “Lightning and Thunder“ unerreicht bleibt, stehen z.B. mit dem Radiorocker “Heartache Heartbreak“ und dem sonnigen “Coming Home“ einige weitere Songs auf dem Album, die der Zielgruppe auf jeden Fall zusagen werden. Ein klein wenig zwielichtiger erscheint mir die Nützung von balladesken Elementen. Vor allem “Times of Yesterday“ ist zu schwülstig und dick aufgetragen, um das Metallerherz zu erwärmen. Obwohl die musikalische Leistung an und für sich auf jedem Track stimmt, kann eben nicht jeder Song voll und ganz überzeugen.

Doch zu negativ sollte man „Way Back to the Bone“ sicherlich nicht sehen: Tommy Heart überzeugt gesanglich auch bei den durchschnittlicheren Tracks und rettet z.B. “Can’t Stand Losing“ vor der Belanglosigkeit.
Fans von BON JOVI, EUROPE und GOTTHARD werden sich nicht an den genannten Kritikpunkten stören, da auch die süßlichen Tracks stimmungsvoll arrangiert sind und handwerklich überzeugen können. Mir persönlich wäre etwas weniger AOR Einfluss und etwas mehr an Whitesnakeschem Blues noch lieber gewesen. Dennoch bleibt festzustellen, dass SOUL DOCTOR mit “Way Back to the Bone“ ein insgesamt gutklassiges Werk vorlegen, dem zwar das Potenzial zum Genreklassiker fehlt, das aber gleichermaßen für die Fans der Band als absolut zufrieden stellend beurteilt werden sollte. Von mir gibt es dafür mit etwas gutem Willen die „guten“ 3,5 Punkte. In Anbetracht der oft furchtbar enttäuschenden Veröffentlichungen anderer Bands des Genres erscheint diese Bewertung gerecht.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (30.11.2009)

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