Chad Smith's Bombastic Meatbats - Meet the Meatbats

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VÖ: 02.10.2009
Bandinfo: Chad Smith's Bombastic Meatbats
Genre: Instrumental / Shred / Fusion
Label: earMusic
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Lineup  |  Trackliste

Nebenprojekte von etablierten Rockstars sind in den meisten Fällen entweder abstruse Experimente, die zu progressiv und/oder ungewöhnlich für die Hauptband sind oder halbgare Projekte inklusive verkaufsträchtigem Namedropping. Bei CHAD SMITH’S BOMBASTIC MEATBATS denkt man zu Beginn eindeutig an Option zwei, da sogar der Name des bekanntesten Akteurs in den Bandnamen integriert wurde. Wenn man dann noch das Cover (ein höchst durchschnittliches Cartoon Cover) betrachtet, denkt sich der geneigte Hörer, dass nun etwas vermeintlich Lustiges auf einen wartet. Auch die Songtitel wie “Oh! I spilled my beer“ oder “Pig Feet“ gehen in diese Richtung. Also? Chad Smith goes fun punk? Keine Sorge, davon sind die BOMBASTIC MEATBATS meilenweit entfernt!

Doch mindestens ebenso weit sind sie von den RHCP entfernt, was wiederum auf die im vorigen Absatz genannte Option Nr. 1 hinweist: CHAD SMITH’S BOMBASTIC MEATBATS sind für den geneigten Radio Rock Fan wahrscheinlich viel zu abstrus! Denn der gute Chad beginnt plötzlich auf Jazz und Fusion zu setzen und klimpert mit seinen Kollegen über eine Stunde fröhlich vor sich hin. Groß war dabei meine Überraschung, die einher ging mit der Feststellung, dass diese Ausrichtung für das Gros der Leserschaft von stormbringer.at und auch für mich nur bedingt interessant ist. Ein Versuch die Chose zu dekodieren folgt natürlich trotzdem, wenngleich sich die Begeisterung in Grenzen hält. Obwohl die Musiker technisch natürlich einwandfrei spielen und einige Komponenten der Musik wahrlich gelungen sind, so erinnern einige Songs an harmlose Hintergrundmusik ohne Ecken und Kanten.

Das Problem an der Sache ist damit bereits angeschnitten: Instrumentalplatten haben es definitiv schwerer Spannungen aufzubauen und Emotionen zu transportieren. Daher bedarf es bei eben jenen eines umso geschickteren Songwritings. Doch Songwriting im klassischen Sinne gibt es hier nur bedingt: Vieles klingt (in guten Momenten) geschickt improvisiert oder (in schlechten Momenten) lieblos dahingedudelt.
Für partielle Abwechslung wurde zwar gesorgt, doch die verbratenen Ideen rechtfertigen meines Erachtens keine Spielzeit von mehr als einer Stunde. Vor dreißig Jahren wäre das furchtbar interessant gewesen, heutzutage werden aber wohl nur noch Musiker und Fusionfanatiker auf diese Veröffentlichung abfahren. Ach ja, und wie passt dieser scheinbare musikalische Anspruch zu diesem teenageresken Cover, dem ebensolchen Bandnamen und den Songtiteln? Tja, diese Sache hat weder Hand noch (Hühner-)Fuß. Und genau aus diesem Grund würde ich CHICKENFOOT gegenüber diesem Projekt eindeutig den Vorzug geben. “Meet the Meatbats“ hat zwar seine feinen Momente, doch dies alleine macht diese Veröffentlichung nicht zu einer Kaufempfehlung.

Abschließende Worte zu meiner „durchschnittlichen“ Wertung, die nur bedingt zu diesen Worten passt. Der Durchschnittsmetaller subtrahiere mindestens einen Punkt, der Fusionfreund addiere einen eben solchen. Die Wertung ergibt sich aus einer gewissen journalistischen Sensibilität. Reviews sind per se subjektiv. Wenn man als Redakteur in einem „Rock und Metal“-Magazin Jazz/Fusion Promos bekommt, kann es dazu kommen, dass der musikalische Inhalt bis zu einem gewissen Grad unverstanden bleibt. Aus diesem Grund ergibt sich diese Wertung, die sich ausnahmsweise nicht streng an unserer Zielgruppe orientiert. Wenn jemand also bislang nicht abgeschreckt wurde, dann sollte er sich ins Hörvergnügen stürzen. Meine (mit Vorbehalt publizierten) Anspieltipps: “Pig Feet“ und “Need Strange“.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: El Greco (08.12.2009)

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