Coronatus - Fabula Magna

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VÖ: 18.12.2009
Bandinfo: CORONATUS
Genre: Gothic Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

"Eine große Geschichte" will die deutsche Gothic-Gruppierung CORONATUS mit ihrem dritten Studiooutput "Fabula Magna" erzählen. Die deutsche Band, die mittlerweile stattliche sieben Mitglieder aufweist, legen also ein gutes Jahr nach dem anständigen Vorgänger "Porta Obscura" ihr neuestes Machwerk ab. Die Tradition lateinischer Titel mit zwei Worten wird auch heuer fortgesetzt und auch an der musikalischen und stilistischen Ausrichtung der Mannschaft hat sich nicht wirklich viel verändert. Ganz im Gegensatz zur Besetzung. Rockröhre Ada Flechtner hat die Band mittlerweile verlassen, um sich auf ihr Studium zu konzentrieren, und hat dadurch der 19-jährigen Lisa Lasch den Platz am Mikro überlassen. Damit unterstützt sie mit ihren rockigeren Vocals die alteingesessene Carmen R. Lorch (ehemals Schäfer), die auch auf "Fabula Magna" die "opernhaften" Parts übernimmt. Weiters wurden der US-Amerikaner Todd Goldfinger als Bassist und der Iraner Aria Keramati Noori als zweiter Gitarrist unter Vertrag genommen. Bei CORONATUS scheint also Rotation angesagt zu sein!

Wie gesagt, musikalisch bleiben die Deutschen ihren Trademarks aber treu und liefern auch auf Silberling Nummero Drei Altbewährtes ab. Typischer Gothic Metal trifft auf zweistimmigen, weiblichen Gesang und jede Menge orchestraler und bombastischer Elemente. Auch die sprachliche Unentschlossenheit der Lyrics hat sich fortgesetzt und so findet sich auch auf "Fabula Magna" wieder eine Mischung aus sechs deutschen, vier englischen und einem lateinischen Song (das Intro nicht berücksichtigt). Genau diese Tatsache lässt für mich einen etwas zwiespältigen Eindruck entstehen. Einerseits treffen die Melodien der neuen Scheibe mehr denn je den Puls der Zeit, andererseits fehlt mir an vorliegendem Material die nötige Eigenständigkeit. Vor allem die englischen Titel können sich überhaupt nicht von der schier endlosen Konkurrenz in diesem Genre abheben und bleiben auch nach mehreren Durchläufen einfach nur austauschbar. Anders sieht es da schon bei den deutschsprachigen Songs aus, die viel mehr Atmosphäre transportieren können und alles in allem einfach viel gelungener sind. Vor allem die unterschiedlichen Gesangslinien können dabei gefallen.

Zusammengefasst legen CORONATUS mit "Fabula Magna" ein gutes Album ab, das seine Stärken und Schwächen hat. Die neue Sängerin Lisa Lasch hat sich zwar hervorragend eingelebt, bei der etwas fahl ausgefallenen Produktion wäre aber noch mehr drin gewesen. Das gleiche Verhältnis herrscht bei den Lyrics vor. Während manche Songs einfach hervorragend nach vorne rocken, können einige den selbst gelegten Standard einfach nicht erreichen. Für ein Top-Album reicht es also noch nicht, es bleibt aber abzuwarten, wohin die Geschichte von CORONATUS noch führen wird. Für harte Metal-Puristen ist die Platte nichts und auch Klassik-Vernarrte werden sich nur bedingt im gebotenen Material wiederfinden. Für wen ist die Platte dann eigentlicht? Ja, für wen? Für alle, die sich nicht entscheiden können und sich von gutem Gothic Metal unterhalten lassen wollen!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: mat (11.12.2009)

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