Disarmonia Mundi - The Isolation Game

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VÖ: 09.12.2009
Bandinfo: Disarmonia Mundi
Genre: Melodic Death Metal
Label: Coroner Records
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Lineup  |  Trackliste

Melodic Death Metal? War das nicht diese Modeströmung, deren Bands sich momentan am laufenden Band gegenseitig und/oder selbst kopieren, während sich die Genrevorreiter (a la IN FLAMES) dazu entschlossen haben, lieber halbgare Werke fernab des “Death“ zu komponieren? Ja, das ist sie wohl, diese Musik mit den viel zu oft elendiglich zusammengekleisterten Schwedentodelementen, die man ja so gerne mit modernem Hüpf Groove vermischt.
Aber Moment! So einfach ist die Sache nicht immer, wie “The Isolation Game“ von DISARMONIA MUNDI beweist. Da wäre mal die Tatsache, dass diese Band rund um Instrumentalallrounder Ettore Rigotti eben nicht aus Skandinavien, sondern aus Italien stammt. Am Sound merkt man die Herkunft aber keineswegs, da auch DISARMONIA MUNDI sehr schwedisch klingen. Als Anhaltspunkte wären vor allem SOILWORK aber auch (ältere) SCAR SYMMETRY genannt. Erstere Referenz ist wohl damit zu erklären, dass Björn “Speed“ Strid als Dauergast bei DISARMONIA MUNDI sein Dasein fristet.

Auch “The Isolation Game“ wurde nun keine Ansammlung an originellen Ideen. Der Hörer bekommt das Gefühl, dass man hier vermehrt der Sicherheit gedenkt und versucht, sich deshalb nicht zu sehr auf experimentelles Terrain zu wagen. Dabei bleiben die Songs allesamt solide, fehlerlos umgesetzt und mitunter durchaus gelungen. Doch der vielzitierte Funke springt bei mir nur selten über. Dies hat mehrere Gründe:
a.) Die Produktion ist mir etwas zu steril. E dröhnt ordentlich aus den Boxen, doch die Feinheiten (wie z.B. die Gitarrenleads) klingen etwas zahnlos und wurden in den Hintergrund gemischt.
b.) Der passable Gitarrengroove ist zwar prinzipiell gelungen, doch wird die moderne Grundstimmung des Gitarrenspiels für meinen Geschmack viel zu oft wiederholt. Etwas mehr Facettenreichtum im Riffing hätte dabei nicht geschadet.
c.) Das Songwriting ist – wie bei vielen Bands heutzutage – nicht unbedingt konstant. Ein paar Füller haben sich eingeschlichen, die den Gesamteindruck beeinträchtigen.

Dennoch will ich nicht verschweigen, dass “The Isolation Game“ Fans des Genres zufrieden stellen sollte. Die wichtigsten Trademarks sind darin enthalten und Rigotti erweist sich natürlich als versierter Musiker. “Perdition Haze“ mit seinem leichten Killswitch Engage-Vibe, der Titelsong “The Isolation Game“ mit seinem süßlich anmutenden Refrain und vor allem der Ohrwurm “Losing Ground“ sind äußerst gelungene Tracks, die mühelos mit der Konkurrenz aus diesem Sektor mithalten können. Zudem verzichten DISARMONIA MUNDI auf überpräsente Keyboards, sondern lassen die Riffs dominieren. Wenn nun noch etwas mehr an Originalität und Hitdichte vorhanden wäre, könnte ich “The Isolation Game“ uneingeschränkt empfehlen. So bleibt es bei einer Empfehlung für Genre-Fanatiker. All jene, die vom modernen Melodic Death Metal bislang nicht begeistert wurden, werden aber auch mit der neuen Veröffentlichung von DISARMONIA MUNDI nicht glücklich.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: El Greco (29.12.2009)

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