RUDRA - Brahmavidya: Transcendental I

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VÖ: 00.00.2009
Bandinfo: RUDRA
Genre: Death Metal
Label: Vic Records
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Lineup  |  Trackliste

Spätestens seit Sam Dunne wissen alle Metalheads, dass ihr geliebter Metal überall auf dieser Welt existieren kann. So sind in diesem globalen Kontext auch Metalbands aus Singapur keine absolute Seltenheit mehr. Und doch sind RUDRA um einiges exotischer als das Gros der vermeintlich exotischen Bands. Dies liegt vor allem an der inhaltlichen Ausrichtung der Band, die sowohl die Lyrik als auch die Musik selbst prägt. RUDRA machen nämlich "vedic metal", d.h. die Band setzt sich mit der im Hinduismus verwurzelten vedischen Kultur auseinander.
"Brahmavidya: Transcendental I" verlangt dem Hörer sicherlich einiges an Toleranz ab. Wenn einem der Opener "Bhagavatpada Namaskara" kalte Schauer über den Rücken jagt (jener ist sehr deutlich in südostasiatischer Folklore verwurzelt und hat mit Metal noch rein gar nichts zu tun), wird jener Hörer im Laufe dieses 68-minütigen Albums viele Passagen finden, die ihm missfallen. Der Großteil der Songs inkludiert nämlich ebensolche Elemente, wenngleich nur die Zwischenstücke ausschließlich in der Folklore verweilen.

Für wissbegierige Metalheads mit hoher Toleranzgrenze dürften RUDRA aber ein hochinteressantes Werk veröffentlicht haben.
Denn eines ist klar: Sie sind durch die Verwendung jener Elemente unglaublich originell! Die Vermischung aus Midtempo Death/Black Metal und vertontem Hinduismus ist wirklich interessant, da die Herren aus Singapur glücklicherweise ihre Instrumente beherrschen und eben nicht nur mit dem Exotenbonus hantieren.

Natürlich funktioniert die Chose nicht zu jedem Zeitpunkt gleich gut. Doch einige der Songs sind als wahre Feuerwerke an interessanten Ideen zu bezeichnen. So z.B. "Amratasyaputra", das wohl der größte Hit des Albums ist. Ähnlich stark ist das Groovemonster "Avidya Nivrtti" oder das abschließende "Majestic Ashtavakra".
Es ist fast unmöglich, so ein Album mit Worten zu beschreiben, ohne dabei die Eindrücke zu homogenisieren. Sicherlich werden RUDRA in unseren Breitengraden extrem polarisieren. Doch insgesamt rechtfertigen die Asiaten nicht nur diese Veröffentlichung, sondern überzeugen mich mit guten Ideen und einer ansprechenden Umsetzung eben jener. Manchmal muss man sich eben fragen, ob nicht doch "weniger mehr" ist, da die lange Spielzeit eben auch einige Durchschnittstracks mit sich bringt. Andererseits ist man als Europäer natürlich nur bedingt mit dem inhaltlichen Konzept vertraut. Somit ist dies aus der Autorenperspektive nur aus musikalischer Sicht zu beurteilen, ob RUDRA einiges an Ballast auf ihr Album gepackt haben.

Insgesamt bleibt "Brahmavidya: Transcendental I" ein gutes Album, bei dem an mancher Stelle noch etwas mehr drin gewesen wäre. Die Musiker von RUDRA beweisen, dass sie versierte Musiker sind, weshalb ich der Band noch eine positive Weiterentwicklung voraussage. Für Metalheads mit einem Hang zu exotischen Klängen ist "Brahmavidya: Transcendental I" sicherlich eine Kaufempfehlung wert.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (24.01.2010)

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