Nihil Novi Sub Sole - Jupiter Temple

Artikel-Bild
VÖ: 23.02.2010
Bandinfo: Nihil Novi Sub Sole
Genre: Ambient
Label: My Kingdom Music
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste

Wenn jemand ambitioniert an ein Projekt herangeht, dann ist es wohl Marco Kehren, der früher bei DEINONYCHS, BETHLEHEM und DARK SANCTUARY musikalisch tätig war. Gegenwärtig beschäftigt sich der Niederländer mit seiner neuesten Vision NIHIL NOVI SUB SOLE. Wurde mir bereits im vergangenen Jahr eine sehr zweispältige, eher langweilige Promo-EP vorgelegt, hat Kehren nun also ein komplettes Album mit seinem durchaus nicht schlecht angedachten Ambient-Projekt eingespielt.

Der Begriff 'eingespielt' dürfte bei "Jupiter Temple" aber etwas zu hoch gegriffen sein, macht sich der 12-Tracker doch eher als Hintergrundbeschallung einen Ruf. Kam schon die EP aus 2009 ganz ohne Gesang aus, geht es auch auf dem fertigen Longplayer vorrangig um eine gelungene Instrumentierung. Mit orchestralen Elementen, vordergründigen Drums und absolut tiefgründigen Sprachsamples versucht "Jupiter Temple" die Qualen und den Terror musikalisch umzusetzen, denen Menschen in den vielen Kriegen ausgesetzt waren, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Geschichte befleckten. Die eher monoton geratene Instrumentierung ist dabei immer noch der aufrecht gebliebene Kritikpunkt, der mich schon auf der kurzen EP gestört hat. Man darf Herrn Kehren zwar nicht das Talent absprechen, für eine gelungene Atmosphäre zu sorgen, etwas mehr Fokus auf die Melodie und weniger auf den Rhythmus hätte dem Gesamteindruck der Platte aber mit Sicherheit gut getan!

Textlich setzt NIHIL NOVI SUB SOLE auf gesprochene Samples, die den Hörer aufrütteln und mitreißen sollen. Diese heben sich überraschend von der Drums-dominierten Instrumentierung ab und vermögen wirklich, eine gruselige, ja durchdringende Atmosphäre zu erzeugen. Vor allem der Opener, der den Bandnamen trägt, kann durch seine Samples, in denen ein kurzer Dialog aus einem Nationalsozialistenprozess aufbereitet wurde, für Gänsehaut sorgen und zeigt - wahrscheinlich die gewollte Intention von Marco Kehren - wie grausam unsere Welt, unsere Geschichte eigentlich ist und was sich der Mensch gegenseitig alles antut.

Mit dieser Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins im Hinterkopf faded das Album dann auch langsam aus und hinterlässt einen zwiespältigen Gesamteindruck. Musikalisch nicht wirklich nennenswert, überzeugt NIHIL NOVI SUB SOLE trotz allem mit seiner gewollten Inszenierung, die einen, trotz stetiger Monotonie, verdutzt und etwas aufgewühlt zurücklässt. Im Endeffekt ein Ambient-Album in Reinkultur, obwohl es sperriger und unverdaulicher wohl kaum noch geht!

Fazit: Musikalisch eher mau, historisch und erzieherisch betrachtet beinahe ein Muss!



Ohne Bewertung
Autor: mat (18.02.2010)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: One Desire
ANZEIGE