THE ROXX - IRONic Truth

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VÖ: 23.11.2009
Bandinfo: The Roxx
Genre: Metal
Label: Rockville Music
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Lineup  |  Trackliste

Hm, einen durchaus zwiespältigen Geschmack hinterlassen THE ROXX - immerhin eine Truppe, die scheinbar schon seit 25 Jahren besteht und mittlerweile einige Releases im Backkatalog stehen hat, von der ich aber bislang nichts gehört hatte - bei mir mit ihrem neuen Silberling "IRONic Truth"; denn das Scheibchen, dass musikalisch eigentlich dem klassischen melodischen Schwermetall gewidmet ist, hat zwar einige passable Momente aufzuweisen, wirkt aber umgekehrt an vielen Stellen auch gerade allzu gewzungen sozialkritisch und/oder lustig und/oder einfach nur peinlich.

Jedenfalls scheint sich Bandleader und Mastermind Billy Itch dazu auserkoren, der ganzen Welt Gewissen zu sein; und von solchen pseudo-prophetischen Ansätzen halte ich nunmal persönlich nicht allzuviel - zumal dann oft auf Kosten der Musik (mehr oder minder sinnige) "Weisheiten" in den Fokus eines Releases gestellt werden. Dies vermeiden THE ROXX zwar auf weiten Strecken, denn die musikalische Performance auf "IRONic Truth" geht durchaus in Ordnung, auch wenn die Produktion nicht unbedingt zeitgemäß klingt, und mir insbesondere auch die Vocals von Fronter Billy durchaus etwas mehr "Punch" vertragen könnten (irgendwie erinnere ich mich hier mit Schaudern an die unsäglichen Releases von Bill Menchens THE SEVENTH POWER zurück, auch wenn gelegentlich auch Reminiszenzen an Rob Halford aufkommen - man höre etwa in "If Time Stood Still" rein!), aber grundsätzlich wissen THE ROXX mit ihren groovigen Riffings doch ganz gut zu unterhalten; hier hört man doch deutliche Anleihen bei Genrevätern wie BLACK SABBATH (etwa bei "The Epiphany (Revolt)") oder auch ein bisschen JUDAS PRIEST heraus (auch Kollege Reini verglich THE ROXX ja schon mal mit JUDAS PRIEST für Arme), aber auch geradlinige Rocker wie das flotte "Stake For The Pope" oder das mitgröhltaugliche "Knock On Metal" gehen als akzeptabel durch - und dann lass ich mir auch gerne ein paar (wie auch immer fundierte) sozialkritische oder mit höchst eigenwilligem Humor ersonnene Lyrics um die Ohren pusten.

Da aber wie gesagt ich doch das Gefühl habe, dass bei THE ROXX die textlichen "Inhalte" (oder eben genau die Ermangelung solcher= wichtiger sind (oder sein sollen) als das musikalische Drumherum, kommt man in Punkto Songwriting nunmal einfach nicht an wirkliche Top-Releases des Genres ran. Unterm Strich bleibt also ein Album, das vor allem für Leute interessant sein dürfte, die gerne von Texten auch mal zum Nachdenken angeregt werden wolllen (anstatt immer nur wahlweise Drachen zu töten, Kirchen anzuzünden oder auf die dringend anstehende Konsumation des nächsten Bieres oder Rums erinnert zu werden), und die darob über Schnitzer im Songwriting und (gerade bei "intellektuellen" Texten ungemütliche) häufige Textplatitüden gnädig hinwegsehen können. So richtig schlecht ist die ironische Wahrheit von THE ROXX also nicht geworden; aber eben auch nicht sonderlich gut. Und das ist dann wohl die eiserne Wahrheit.



Bewertung: 1.5 / 5.0
Autor: Dragonslayer (24.03.2010)

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